Rotterdam - Der frühere Ringe-Weltmeister Yuri van Gelder hat einen erneuten Kokain-Rückfall heftig dementiert. "Der Verband hat mich völlig falsch interpretiert. Es ist ein Skandal, was daraus gemacht wurde", teilte der Niederländer in einer Presseerklärung mit.
Zwei Tage vor Beginn der Weltmeisterschaften in Rotterdam griff er die Königlich Niederländische Gymnastik-Union (KNGU) an, deren Vorsitzender Jos Geukers zuvor von einer "Rückfallsituation" gesprochen hatte. "Das war eine feige Tat des Verbandes", sagte van Gelder, der wegen Kokain-Missbrauchs ein Jahr gesperrt war und inzwischen mehrere Entziehungskuren hinter sich gebracht hat. Für die WM-Riege war er nominiert wurden, am 13. Oktober aber wieder ausgeschlossen worden. "Ich bin freiwillig von einem WM-Start zurückgetreten, weil ich wegen mehrerer Verletzungen zuletzt depressiv war. Das hat nichts mit einem Kokain-Rückfall zu tun", behauptet der als "Herr der Ringe" bekannte van Gelder.
Der Niederländer drohte zugleich dem Verband, künftig für eine andere Nation an den Start zu gehen. "Es gibt keine Karriereende. Ich arbeite weiter an meinem Comeback", teilte er mit und wollte den Wechsel in einen anderen Verband nicht ausschließen. Die gesamte niederländische WM-Riege hat inzwischen vom Verband ein "Sprechverbot" erhalten, um die WM-Vorbereitungen nicht weiter zu stören.