Der sechsfache Wassersprung-Europameister berührte im Vorkampf vom Turm während des dreieinhalbfachen Auerbachsaltos mit den Füßen die zehn Meter hohe Plattform. "Er hat dann die Orientierung verloren und ist mit einem schweren Bauchplatscher ins Wasser", berichtete Bundestrainer Lutz Buschkow und fügte hinzu: "Der komplette Bauch ist blau, einige Kapillargefäße sind gerissen."
Innere Verletzungen konnten nach einer Untersuchung ausgeschlossen werden. "Es ist nicht so schlimm. Ich erwarte kein mentales Problem, ich muss einfach noch mehr trainieren", erklärte Hausding, der trotz blauem Auge und Hautabschürfungen wieder lächeln konnte. Nach dem Aufprall mit etwa 60 Stundenkilometern auf die Wasserfläche konnte er das Becken selbstständig verlassen.
Am Vortag hatte Hausding in den Synchron-Wettbewerben Gegner und Nerven im Griff. Mit Sascha Klein gewann er vom Turm. Dabei durften die Vize-Weltmeister und Olympia-Zweiten ihren zunächst verpatzen dreieinhalbfachen Salto rückwärts wiederholen, da sie ein Handyklingeln unmittelbar vor dem Absprung irritiert hatte. "Das zeigt, dass sie ziemlich ausgebufft und abgewichst sind. Bei Olympischen Spielen geht so ein Protest nicht durch", sagte Buschkow grinsend. Im zweiten Versuch gaben die Kampfrichter etwa 20 Punkte mehr, das reichte zum Sieg.
"Das Klingeln hat mich schon gestört, da hab ich gedacht, probier' es einfach", sagte Hausding, der zuvor gemeinsam mit Stephan Feck den Synchron-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett gewonnen hatte. Nora Subschinski belegte im Drei-Meter-Einzel ebenso Platz drei wie im Synchronspringen vom Turm mit Christin Steuer. "Das ist gut, weil wir kaum zusammen trainieren konnten", sagte Subschinski.
Im letzen Wettbewerb belegte Martin Wolfram vom Turm ebenfalls Platz drei. Für den 20-Jährigen aus Dresden bedeuteten 495,40 Punkte einen persönlichen Rekord auf internationaler Ebene. "Das macht mich unheimlich glücklich", sagte Wolfram.
Der Chinese Chen Ai Sen sorgte mit 576,10 Punkten für einen von fünf Siegen der dominierenden Wasserspringer-Nation. Wolfram will nun ebenso wie die anderen deutschen Springer beim Weltcup in London (20. bis 26. Februar) weitere sechs olympische Quotenplätze sichern.