Der Deutschland-Achter bleibt das Aushängeschild des DRV.
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Zurück auf Kurs: Ruderer schöpfen Mut für London

Nach Peking am Boden, vor London auf Kurs - der Deutsche Ruderverband (DRV) geht mit Schiebewind in das Olympiajahr. Drei Jahre nach der historischen Pleite von China scheint der DRV auf gutem Weg zurück zu alter Stärke.
04.09.2011 13:23 Uhr

Zwar blieb die Flotte am letzten Finaltag der WM von Bled in den olympischen Klassen ohne Podestplatz, brachte sich aber mit jeweils zweimal Gold und Silber in eine gute Ausgangsposition für die Sommerspiele. Der mäßige Schlussakkord konnte die gute Stimmung von DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher nur bedingt trüben: "Das Positive ist, dass wir uns im Vergleich zu 2010 verbessert haben. Wir können wieder was in Deutschland."

Anders als vor Athen 2004 und Peking 2008, wo die DRV-Flotte erstmals seit 52 Jahren ohne Gold geblieben war, zeigt die Formkurve im vorolympischen Jahr diesmal nach oben. Die bärenstarken Teams aus dem Achter und Frauen-Doppelvierer sowie die nur mit viel Pech geschlagenen Silber-Gewinner aus dem Männer-Doppelvierer und Männer-Doppelzweier sorgten für eine bessere Ausbeute als bei der vorigen WM in Neuseeland. Dort waren die Deutschen nicht über je einen ersten, zweiten und dritten Platz hinausgekommen. Mit den Farben der Medaillen war Buschbacher zufrieden, nicht aber mit der Anzahl: "Auf vier Paradeboote können wir uns nicht verlassen. In einigen Klassen müssen wir deutlich zulegen."

Immerhin sicherte sich der DRV insgesamt elf Startplätze für London. Nur der Frauen-Achter, Zweier ohne Steuerfrau und leichte Frauen-Doppelzweier müssen in der olympischen Qualifikationsregatta im kommenden Jahr erneut ihr Glück versuchen.

Zum Leidwesen von Buschbacher gingen der leichte Doppelzweier (Rang 4), der Vierer ohne Steuermann (5.) und Annekatrin Thiele (6.) im Einer am Sonntag leer aus. Und doch scheint der von Verbandspräsident Siegfried Kaidel nach Peking geäußerte und lange Zeit belächelte Wunsch, in London viermal die deutsche Nationalhymne hören zu wollen, nicht mehr ganz so abwegig. Lächelnd kommentierte Kaidel am WM-Ende seine mutige Prognose von 2008: "Wichtig ist die Botschaft, dass dieses Ziel erreichbar ist. Schließlich hat unser WM-Silber fast einen goldenen Glanz."

Ohne das Missgeschick von Lauritz Schoof hätten sich die Deutschen in Bled über das dritte WM-Gold freuen können. Der fehlgeschlagene Ruderschlag des Rendsburgers kurz vor dem Ziel brachte den Männer-Doppelvierer am Samstag aus dem Rhythmus - und damit um den Sieg. Am Ende fehlte der zuvor deutlich führenden Crew eine Viertelsekunde zum Erfolg. Mit versteinerte Miene überstand Pechvogel Schoof die Siegerehrung. Silber spendete nur wenig Trost: "Ich glaube, dass das Boot gekippt ist. Deshalb bin ich mit dem Ruderblatt auf das Wasser aufgeschlagen. Da war ich schon im Tunnel und habe gedacht, hoffentlich ist es bald vorbei."

Selbst Rekonvaleszent Marcel Hacker trug zum Aufwärtstrend bei. Obwohl der deutsche Einer-Meister aus Frankfurt/Main erst vor sieben Wochen an der Bandscheibe operiert worden war, schlug er sich im Showdown der weltbesten Skuller prächtig. Mit dem oftmals undankbaren vierten Rang konnte der als großer Außenseiter ins Rennen gegangene Hacker gut leben. Mutig stellte der Weltmeister von 2002 einen weiteren Coup in Aussicht: "2012 wollen wir Gold. Wegen etwas anderem machen wir den ganzen Heckmeck nicht."

Abgerundet wurde das positive Gesamtbild durch drei Medaillen in den nichtolympischen Klassen. Der leichte Männer-Doppelvierer gewann Silber, der leichte Zweier ohne Steuermann und Lena Müller (Duisburg) im leichten Einer Bronze.

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