Früher war er selbst Mitglied der türkischen Nationalmannschaft und kämpfte erfolgreich bei Welt- und Europameisterschaften. "Wenn sich hier zwei Hirtenjungen auf der Weide treffen, dann spielen die nicht Fußball, sondern sie ringen", erklärte der Coach, der die Stimmung in seiner Heimat bei der WM in Istanbul sichtlich genießt. Gleich am ersten Tag der Titelkämpfe strömten etwa 7000 Zuschauer in die "Sinan Erdem Spor Arena" - am Wochenende wird mit doppelt so vielen Besuchern gerechnet.
Viele ehemalige Weltklasseringer wie Sheref Eroglu oder Hamza Yerlikaya schafften es nach dem Leistungssport auch auf der politischen Karriereleiter bis weit nach oben. Die Kampfsportler werden in der Türkei verehrt. "Wenn man die markanten Ringerohren hat, dann wird man beim Einkauf auch schon mal an einer Schlange von anstehenden Leuten gleich bis ganz nach vorn geschickt", erzählt Selimoglu.
Die Kämpfe beginnen bei der WM mit ohrenbetäubenden "Türkiye, Türkye"-Rufen, Fahnen werden geschwenkt und bei jedem Punktgewinn geht der Lärmpegel spontan nach oben. Selbst Frank Stäbler, der zum Auftakt das erste deutsche Olympia-Ticket holte, war erstaunt: "Viele Türken, Leute, die ich gar nicht kenne, haben mir anerkennend auf die Schulter geklopft."