(c) SID IMAGES/AFP/: Meredith Michaels-Beerbaum belegt zum CHIO-Abschluss Rang vier
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Beerbaum undankbare vierte bei CHIO-Abschluss

Und wieder nur ein undankbarer vierter Platz für die deutsche Reiter-Equipe. Meredith Michaels-Beerbaum schrabbte bei einem Lamaze-Sieg nur knapp am Podium vorbei.

Meredith Michaels-Beerbaum starrte ins Leere, Olympiasieger Eric Lamaze strahlte vor Glück: Beim Großen Preis von Aachen verpasste Springreiterin Michaels-Beerbaum ihren zweiten Sieg nach 2005 mit dem 17 Jahre alten "Oldie" Shutterfly knapp. Die 40 Jahre alte Amazone aus Thedinghausen hatte im Stechen zwei Abwürfe und landete auf Rang vier, der Kanadier Lamaze siegte mit der schnellsten Nullfehlerrunde.

"Das war bitter. Shutterfly war zwei Runden lang sehr stark. Am Ende fehlte ihm etwas die Kraft", sagte Michaels-Beerbaum, für die sportlich in diesem Jahr eigentlich nicht mehr viel auf dem Programm stand. Nach der Geburt ihrer Tochter im Februar hatte sie den Anschluss verloren und gehörte in Aachen nicht mehr zur deutschen Mannschaft. Dennoch hat sie den Kampf um ein Ticket für die WM Anfang Oktober noch nicht aufgegeben. "Ich werde kämpfen", sagte "MMB". Vor 51.000 Besuchern im Aachener Springreitstadion belegte Pius Schwizer aus der Schweiz mit Carlina (0/51,86) hinter Lamaze mit dem 14 Jahre alten Hengst Hickstead (0/51,62) den zweiten Platz. Rang drei ging an Sergio Alvarez Moya aus Spanien mit Action-Breaker (0/57,55). Marcus Ehning (Borken) landete mit Küchengirl auf Rang acht, Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) kam mit Lambrasco auf den elften Platz. "Schade, aber unterm Strich bin ich mit der Woche zufrieden", sagte Meyer nach ihrem gelungenen Debüt im Nationenpreis von Aachen am Donnerstag.

Enttäuschung für deutsche Reiter

Mit dem Großen Preis endete für die deutschen Reiter eine enttäuschende Woche beim CHIO. In 16 Prüfungen konnten sich die Gastgeber nur zweimal durchsetzen, davon gelang ein Sieg in einer Nachwuchsprüfung. Auch der zweite Platz im Nationenpreis war nicht das erhoffte Ziel. "Bei uns war die Stimmung gut, auch wenn die Ergebnisse nicht immer stimmten", sagte Bundestrainer Otto Becker.

Für den viermaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum wurde der CHIO in diesem Jahr sogar zum Fiasko. Erst erlaubte sich der 46-Jährige im ersten Durchgang des Nationenpreises mit seiner Nachwuchsstute Gotha 18 Fehlerpunkte, dann verpasste er die Qualifikation zum Großen Preis. "Ich wäre gern geritten", sagte Beerbaum, der zuvor in 21 Jahren immer am CHIO-Höhepunkt teilgenommen und dreimal (1996, 2002, 2003) gewonnen hatte.

Auch Dressurreiter ohne Siegchance

Für die deutschen Dressurreiter gab es beim CHIO nichts zu gewinnen. Die Niederlanden waren zu stark. Europameister Edward Gal siegte mit dem Wunderrappen Totilas in allen Disziplinen, in der abschließenden Kür stellte er beim Dreifach-Triumph seines Landes mit 90,964 sogar einen Aachener Punkterekord auf.

Als beste Deutsche landete die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (85,607 Punkte) auf dem vierten Platz. Zweitbester Deutscher wurde Christoph Koschel (Hagen a.T.W.) mit Perpingnon auf Platz sieben. Werth empörte sich über die neuen Punktrichter, die die Niederländer um den Gal permanent mit Traumnoten bedachten. Auch ihre neue Kürmusik mit Hits von Roberto Blanco ("Ein bisschen Spaß muss sein") konnte die Doppel-Weltmeisterin nicht aufheitern.

Kritik an neuer Punktevergabe

"Herr Kemperman, wann bestellen Sie endlich vernünftige Richter?", rief die aufgebrachte Werth vom Pferd dem Sportlichen Leiter des CHIO entgegen. Frank Kemperman hatte mitveranlasst, dass neuerdings sieben statt fünf Punktrichter sowie drei weitere Aufpasser ("Supervisor") über die Punktevergabe entscheiden.

Deutscher Erfolg im Vielseitigkeitsreiten

In der Vielseitigkeit sicherte sich die deutsche Equipe zum vierten Mal in Folge beim CHIO den Sieg im Nationenpreis. In der Einzelwertung gelang den Gastgebern jedoch erstmals kein Erfolg. Der Neuseeländer Andrew Nicholson mit Nereo lag am Ende vorn. Der deutsche Top-Favorit Michael Jung erlaubte sich im Gelände eine Verweigerung und fiel auf den 18. Rang zurück. Bester Deutscher war Team-Olympiasieger Andreas Dibowski mit Butts Leon auf Platz zwei.

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