Moskau - Dem Türken Cino Guney und dem Spanier Jose Antonio Biec blieb fast die Luft weg, selbst die kälteerprobten Kanadier zogen die Mütze noch ein Stückchen tiefer ins Gesicht, als sie in Moskau aus dem Flugzeug stiegen. Väterchen Frost, Russland inoffizieller Staatspatron, hat seit Wochen das Land fest in seinem eisigen Griff. Nachttemperaturen unter minus 30 Grad Celsius waren zuletzt keine Seltenheit, selbst unter Tags steigt die Temperatur selten über minus 18 Grad.
Die Kälte hat auch der Eventlocation im Kolomenskoje Park im Süden der Stadt seinen Stempel aufgedrückt. Männer, selbst von er dicken Eisschicht überzogen, bauten aus Wasser, Holz und Metall eine 500 Meter lange und mächtige Rennstrecke direkt am zugefroreren Moskau-Fluß. Den Umstand, dass quasi ganz Moskau von einer Eisschicht überzogen ist, machten sich der Schweizer Claudio Calouri und die beiden Russen Andrey Lavrov und Vladislav Kurshev zunutze und absolvierten zum Spaß einige Runden vor der Erlöserkirche und am Roten Platz.
Sportlich möchte Andrey Lavrov, als 21. bester Russe in der WM-Wertung, in seinem Heimrennen endlich den Anschluß an die absolute Weltspitze schaffen. Dabei wird er auch mit einer gehörigen Wut im Bauch an den Start gehen. In Valkenburg hatte ihn die Rennleitung bei einem Fotofinish im Viertelfinale hinter seinen Gegner gereiht, zu Unrecht, wie Lavrov meint. Sollte er es bis zum Finale schaffen, wir er vermutlich spätestens dann auf die Finnen um Artuu Pilhainen und die Kanadier um die Brüder Croxall treffen, die die aktuelle Reihung anführen.
Das Finale der besten 64 findet am Samstag statt, vorher kämpfen die besten nationalen und die besten internationalen Athleten aus 24 Nationen um die Tickets (dabei unter anderem der ehemalige Europameister im Shorttrack, Pieter Gysel aus Belgien und der Olympiadritte im Eiskunstlauf Philipe Candeloro aus Frankreich).
Quelle: RedBull Crashed Ice
Foto: Joerg Mitter