Endlich ist es vollbracht. Drei Jahre intensiver Vorbereitung waren nötig, um das Red Bull Air Race 2010 erstmals nach New York zu bringen. Vor der eindrucksvollen Skyline der Ostküsten-Metropole fliegen die Piloten heute den anspruchsvollen Kurs über dem Hudson River. Pilot Kirby Chambliss (USA) ist begeistert: "Den Wettkampf in New York auszutragen, finde ich total aufregend. In Sichtweite der Freiheitsstatue zu fliegen, ist wirklich eine große Ehre für jeden Amerikaner."
Bereits vor sechs Jahren entstand die Idee, ein Rennen im Big Apple auszutragen. "Nach dem Rennen in Budapest 2004 haben wir eine Liste möglicher Austragungsorte erstellt, auf der New York ganz oben stand," sagt Bernd Loidl, Chef von Red Bull Air Race: "New York ist eine Stadt mit einer unglaublichen Anziehungskraft, eine Ikone. Für uns ist das Rennen hier ein Meilenstein in der Geschichte der WM."
Anfängliche Bedenken bei den Veranstaltern
Zunächst war allerdings viel Überzeugungsarbeit gefragt. Zu Beginn gab es bei den beiden Veranstaltern Manhattan und Jersey City große Bedenken, ein Hochgeschwindigkeitsrennen in geringer Höhe mitten im Zentrum eines der größten Ballungsräume der Welt auszutragen. "Glücklicherweise konnten wir die Behörden davon überzeugen, dass wir ein hochprofessionelles Team verfügen, das keinerlei Kompromisse im Bereich Sicherheit eingeht," erklärt Loidl den Stimmungswechsel: "Mittlerweile sind die Skeptiker zu den größten Fans geworden."
George Fertitta, Chef der für die Organisation zuständigen Entwicklungsgesellschaft NYC & Company, räumte letzte Zweifel aus: "Das Red Bull Air Race wird zweifelsohne eine Prise Abenteuer nach New York bringen." Dafür wollen auch die Piloten sorgen, allen voran Titelverteidiger Paul Bonhomme aus Großbritannien, der die WM-Wertung mit 41 Zählern anführt. Der Österreicher Hannes Arch liegt nach dem Rennen in Windsor mit zwei Punkten Rückstand in Lauerstellung auf dem zweiten Platz. Der Allgäuer Matthias Dolderer ist mit 19 Punkten Neunter.
"Das Rennen des Jahrhunderts"
"Es ist einer der engsten Kurse, die ich je gesehen habe", sagte Arch nach der Besichtigung des Hudson-River-Kurses. Weltmeister Bonhomme war ähnlicher Meinung: "Es sind fast ausschließlich Kurven." Der 39 Jahre alte Dolderer ist sicher: "Es wird das Rennen des Jahrhunderts."
Bei der Red Bull Air Race-WM navigieren die Piloten ihre acht Meter breiten Rennflugzeuge mit bis zu 370 Stundenkilometern durch 20 Meter hohe Pylone, die im Abstand von nur zwölf Metern aufgestellt werden und den WM-Parcours markieren. Ziel ist es, so schnell wie möglich den Parcours abzufliegen und so wenig Fehler wie möglich, wie zum Beispiel Touchieren der Pylone, zu machen.