Amstelveen - Deutschlands Hockey-Damen haben am Auftakt-Wochenende der Champions Trophy in den Niederlanden gejubelt und gelitten. Einen Tag nach dem dank einer Energie-Leistung erkämpften 1:0 (1:0)-Erfolg über Neuseeland verlor Deutschland mit 1:2 (1:2) gegen die Niederlande.
Die verjüngte Auswahl von Bundestrainer Michael Behrmann musste sich in Amstelveen dem Gastgeber und Favoriten trotz einer über weite Strecken ansehnlichen Leistung beim 1:2 (1:2) wie schon so oft geschlagen geben. "Wir können jetzt nicht sagen: Schönes Spiel! Es ist einfach ärgerlich, dass wir nicht gepunktet haben", sagte Behrmann unmittelbar nach der Partie.
Im dritten Match beim Turnier der weltbesten Teams, an dem erstmals acht statt wie bisher sechs Länder teilnehmen, wartet am 28. Juni nun Australien, das erst den Niederlanden (0:3) und dann unerwartet auch Neuseeland (2:3) unterlegen war.
Die nach verletzungsbedingten Ausfällen einiger Leistungsträger mit einem Kader-Mix aus Routiniers und "jungen Wilden" angereisten DHB-Damen mussten gegen "Oranje" den Schock eines frühen Rückstands verdauen. Carlijn Weltens Schuss fälschte Julia Müller mit dem Stock in der 1. Minute unhaltbar für Barbara Vogel ins deutsche Tor ab. Ihre Vorderleute steckten dies aber recht gut weg und kamen durch einen strammen Schuss von Natascha Keller (10.) zum 1:1. Die Freude aber hielt nicht lange: Kim Lammers (14.) brachte die Gastgeberinnen nach einem weiten Pass über die aufgerückte Abwehr erneut in Führung.
Auch nach der Pause erlebten die 8000 Zuschauer im Wagener-Stadion vor den Toren Amsterdams bei angenehmen Temperaturen ein gutklassiges Match. Keller & Co. hielten dem Druck der Gastgeberinnen gut stand, allerdings agierte auch die "Oranje"-Deckung sicher. Dass es trotz guter Leistung nicht zum Happy End reichte, lag daran, dass die Deutschen ihre wenigen guten Chancen nicht in Tore ummünzen konnten. Andererseits hatten die Niederlande die zwingenderen Torchancen.
Tags zuvor hatten die Deutschen dank der starken Torfrau Barbara Vogel als Rückhalt und Julia Müller als Siegtorschützin gegen die unangenehmen Neuseeländerinnen einen optimalen Einstand erwischt. Coach Behrmann war "einfach nur happy über den wichtigen Startsieg", den Holland-Legionärin Müller mit ihrem Strafeckentor vor 2500 Besuchern perfekt machte. Wie stark die "Blacksticks" sind, zeigten sie aber beim überraschenden Erfolg über ihren Nachbarn Australien.