(c) SID/AFP/Prakash Singh: Die deutschen Hockey-Herren stehen im Endspiel
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Hockey-Herren ziehen souverän ins WM-Finale ein

Durch ein 4:1 gegen Europameister England ist Hockey-Olympiasieger Deutschland ins WM-Endspiel eingezogen. Dort wartet entweder Australien oder die Niederlande.
11.03.2010 18:34 Uhr

Hockey-Olympiasieger Deutschland hat den historischen WM-Hattrick im Visier. Die runderneuerte junge Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise bezwang im Halbfinale der Weltmeisterschaft in Neu Delhi nach einer ganz starken Leistung Europameister England souverän mit 4:1 (3:1).

Im Finale trifft die deutsche Auswahl in einer Neuauflage des Endspiels von 2006 auf Australien. Der Commonwealth-Champion gewann sein Halbfinale gegen die Niederlande 2:1 (1:0) und kann sich damit am Samstag (13.35 Uhr MEZ) in Neu Delhi für die 3:4-Finalniederlage vor vier Jahren in Mönchengladbach revanchieren.

"WM-Finale ist mit das Größte"

"In einem WM-Finale zu stehen, ist mit das Größte, was wir in unserer Sportart erreichen können", sagte Moritz Fürste, einer von drei verbliebenen Weltmeistern von 2006: "Die müssen sich jetzt auf einen Riesenkampf mit uns einlassen."

Der Kölner Jan-Marco Montag (6.) mit einer Strafecke, Oliver Korn aus Düsseldorf (11.) und der Berliner Martin Häner (30.) nach einer Strafeckenvariante waren gegen England bereits vor der Pause erfolgreich. Der Strafecken-Nachschuss von Linus Butt (60.) aus Krefeld beseitigte zehn Minuten vor dem Abpfiff dann die letzten Zweifel. Für die Briten traf lediglich Richard Smith (19.) mit einer Strafecke. Deutschland gelang mit diesem Triumph auch eine kleine Revanche für die Niederlage im EM-Finale im letzten Jahr gegen England.

"Ein unfassbar verdienter Sieg"

"Normalerweise habe ich immer was zu mäkeln, aber heute nicht", sagte Olympia-"Goldschmied" Weise, "ich freue mich so sehr, wie sich die Jungs in einem WM-Halbfinale präsentiert haben. Sie haben sich den Druck nicht anmerken lassen und waren sehr stabil." Auch Kapitän Max Müller war überglücklich: "Das war mit Abstand die beste Turnierleistung. Es war ein unfassbar verdienter Sieg."

"Finale, Finale", rief die deutsche Kolonie aus Fans und Familienangehörigen unter den nur etwa 2500 Zuschauern im Stadion, als sich die deutschen Spieler nach dem Schlusspfiff zurecht feiern ließen. Die jüngste Mannschaft im Turnier mit einem Altersdurchschnitt von rund 22 Jahren konnte sich von Spiel zu Spiel steigern und lieferte gegen die Briten in der schwülen Hitze Indiens ein Meisterstück ab.

Nur noch acht Olympiasieger an Bord

Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, weil nur noch acht Olympiasieger und sogar nur noch drei Weltmeister im Kader stehen. "Jetzt werden neue Kräfte freigesetzt. Wir müssen uns nur gut vorbereiten und hinten sicher stehen", sagte Müller

Die deutsche Mannschaft begann die Partie voll konzentriert und übernahm früh die Kontrolle. Insbesondere das deutsche Mittelfeld dominierte die Partie und ließ die Briten kaum zur Entfaltung kommen. Das frühe 1:0 gleich mit der ersten Strafecke gab zusätzliche Sicherheit. Torwart James Fair hatte zwar noch den Schläger an der Kugel, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Korn setzte sich nur fünf Minuten später nach einer schnellen Kombination über das gesamte Feld gegen die englische Verteidigung durch und fälschte einen Steilpass zum 2:0 ins Tor ab.

Der englische Anschlusstreffer nach der ersten Strafecke änderte am Spielverlauf wenig. Die deutsche Mannschaft kontrollierte die Partie und führte fünf Minuten vor der Pause erneut mit zwei Toren: Der 21 Jahre alte Junioren-Weltmeister Häner kam nach einer wunderbaren Eckenkombination frei zum Schuss und vollendete ganz sicher.

Nach dem Wechsel versuchten die Briten zwar noch einmal, alles nach vorne zu werfen, blieben aber immer wieder an der von Kapitän Maximilian Müller sowie dem ganz starken Häner glänzend organisierten deutschen Deckung hängen. Und wenn doch einmal ein Ball durchkam, war der Hamburger Torwart Tim Jessulat zur Stelle, der den seit dem ersten Match verletzten Olympiasieger Max Weinhold erneut glänzend vertrat. "Ich hatte nie auch nur im Ansatz das Gefühl, dass wir verlieren könnten", sagte Jessulat.

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