(c) SID IMAGES/AFP/: Britta Heidemann muss enttäuscht die Heimreise antreten
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Toll! Duplitzer sorgt für erstes Gold

Degen-Fechterin Imke Duplitzer hat bei der EM in Leipzig die erste deutsche Goldmedaille geholt. Für die Olympiasieger Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink war früh Endstation.

Als die deutschen Olympiasieger Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink schon längst geschlagen und enttäuscht die Planche verlassen hatten, sorgte Imke Duplitzer bei der Fecht-EM in Leipzig für ein goldenes Happy End. Die deutsche Degen-Meisterin aus Bonn, die in der Runde der letzten 32 Heidemann mit 8:7 im Sudden Death aus dem Wettbewerb befördert hatte, holte sich nach dem Prestigeerfolg den zweiten EM-Titel ihrer Karriere und polierte mit der ersten Goldmedaille die Bilanz des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) am Auftaktwochende auf.

"Es hat jetzt elf Jahre bis zum zweiten Titel gedauert, ich hoffe nicht, dass es nochmal so lange dauert. Das mache ich nicht mehr mit. Danke, Leipzig, für die tolle Unterstützung", sagte die 34-Jährige, die sich auf der Pressekonferenz überglücklich zeigte und sich sogar als Italienisch-Übersetzerin betätigte: "Ich habe im Finale etwas gebraucht, um reinzukommen, aber am Ende hatte ich wohl mehr Kraft." Am Samstag hatte Weltmeister Nicolas Limbach mit dem zweiten Platz im Herrensäbel die erste deutsche Medaille geholt.

Enttäuschende Florettfechter

Ohne Edelmetall blieben die deutschen Florettfechter. Kleibrink, der nach seinem Olympiasieg eine knapp neunmonatige Fechtpause eingelegt hatte und in der Weltrangliste auf Platz 26 abgerutscht war, unterlag in der Runde der letzten 32 dem Italiener Valerio Aspromonte 14:15. Auch der dreimalige Weltmeister Peter Joppich und der EM-Dritte des Vorjahrs, Andre Weßels, waren früh gescheitert.

"Natürlich wollte ich nicht an der EM teilnehmen, um in der Runde der letzten 32 auszuscheiden", sagte die entthronte Titelverteidigerin Heidemann nach der bitteren Niederlage gegen Duplitzer: "Bei zwei Weltklassefechterinnen war davon auszugehen, dass es ein enges Gefecht wird. Im Sudden Death hat Imke die bessere Entscheidung getroffen."

Ihre Konkurrentin Duplitzer wurde dagegen nach dem Finalgefecht mit Sprechchören von den 2000 Zuschauern gefeiert. Mit einer Verbeugung und Handküssen zum Publikum bedankte sie sich bei ihren Fans.

Sieg nach 3:6-Rückstand

Bereits nach dem Viertelfinale war die 34-Jährige überglücklich gewesen. Nach dem 15:13-Sieg gegen die Weltranglistenvierte Jana Schemjakina (Ukraine) und dem damit feststehenden Medaillengewinn riss sie sich jubelnd die Maske vom Gesicht und hatte für ihren Trainer Umarmungen und ein Küsschen übrig. Auch im Halbfinale gegen die Israelin Noam Mills zeigte die 34-Jährige ihre ganze Klasse. Nach 3:6-Rückstand setzte sie acht Treffer in Folge und brachte die Führung zum 15:8 sicher ins Ziel.

Auch DFeB-Sportdirektor Manfred Kaspar war nach der Medaille für Duplitzer sichtlich erleichtert. "Jetzt sind wir voll im Soll", sagte Kaspar, der zuvor noch von einem "Dämpfer" gesprochen hatte: "Wir konnten nicht davon ausgehen, dass wir wie im Vorjahr vier Medaillen zu Beginn holen."

Leichte Kritik erntete das bei der EM gefochtene System. Dabei wird nicht, wie bei Weltmeisterschaften und Weltcups üblich, nach Weltrangliste gesetzt, sondern alle Sportler müssen eine "Setzrunde" mit mehreren Gefechten absolvieren. Erst nach diesem Ergebnis wird gesetzt, was dazu führen kann, dass starke Fechter früh aufeinandertreffen - wie beim deutschen Duell zwischen Heidemann und Duplitzer.

Kaspar: "Das ist keine überraschende Ungerechtigkeit"

"Das System ist nicht gut", erklärte Kaspar: "Aber das ist keine überraschende Ungerechtigkeit, sondern es wird bei der EM immer so gefochten. Das wir dann ausgerechnet bei der Heim-EM kein Glück bei der Auslosung haben, ist natürlich ärgerlich."

So stand lange nur Limbachs Silbermedaille auf der Habenseite. Dieser genoss am Tag nach der Finalniederlage gegen den Russen Alexej Jakimenko seinen zweiten Platz sichtlich: "Natürlich war ich zuerst enttäuscht, aber ich habe gut gefochten", erklärte der 24-Jährige aus Dormagen: "Und man muss ja auch mal die Kirche im Dorf lassen. Ich habe in dieser Saison von acht Turnieren zwei gewonnen. Von daher bin ich mit dem zweiten Platz zufrieden."

Den Titel im Damenflorett sicherte sich die Italienerin Valentina Vezzali, die deutschen Damen waren dort leer ausgegangen. Den Titel bei den Herren gewann Weltmeister Andrea Baldini.

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