Das für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika neu gebaute Stadion von Polokwane sieht ab dem Wochenende wieder WM-Fußball: Am Sonntag wird in der Hauptstadt der Provinz Limpopo die 5. Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung angepfiffen.
Neben zehn weiteren Teams geht auch eine Auswahl des deutschen Behindertensportverbandes (DBS) an den Start. Der rund 30-köpfige DBS-Tross hebt am Freitagabend vom Frankfurter Flughafen in Richtung Johannesburg ab. Titelverteidiger ist Saudi Arabien, das sich vor vier Jahren beim Turnier in Deutschland durchsetzte. Die damaligen Gastgeber belegten Rang drei, wurden aber aus formalen Gründen später disqualifiziert. Die aktuelle deutsche Mannschaft wird vom ehemaligen Bundesliga-Profi Jörg Dittwar trainiert.
In Polokwane, 360 km nordwestlich von Johannesburg gelegen, fanden während der WM vier Vorrundenspiele statt, darunter am 22. Juni die Partie zwischen Griechenland und Argentinien, die der spätere deutsche Viertelfinalgegner aus Südamerika mit 2:0 gewann.
Polokwane alleiniger Austragungsort der WM
Ausrichter des Turniers, das am 11. September endet, ist der südafrikanische Sportverband für Menschen mit Behinderung (SASA-II), der seinen Sitz in Polokwane hat. Weitere Spielorte sind Tzaneen und Giyani, nur 60 und 90 Autominuten von Polokwane entfernt.
"Anders als bei der WM im Juni und Juli müssen wir uns auf einen überschaubaren Raum beschränken, weil wir den Spielern keine großen Ortswechsel zumuten können", begründet Lizzi Vogel von der SASA-II, weshalb nicht auch in anderen WM-Stadien gespielt wird. "Sie brauchen wegen ihrer Behinderung etwa drei Tage Zeit, um sich vor Ort einzugewöhnen." Daneben sei auch das schmale Budget für die Konzentration auf ein großes Stadion verantwortlich.
Das ursprünglich 16 Nationen zählende Teilnehmerfeld ist nach kurzfristigen Absagen der Verbände von Brasilien, Mexiko, Nigeria, Argentinien und Ägypten auf elf geschrumpft. Neben Deutschland reisen aus Europa noch die Niederlande, Ungarn, Frankreich, Polen und Portugal an. Gastgeber Südafrika, Titelverteidiger Saudi-Arabien, die Türkei, Japan und Südkorea komplettieren das Teilnehmerfeld.