Nachdem sie mit Platz vier im Parallel-Riesenslalom knapp am Edelmetall vorbeigeschrammt war, wurde sie zum Abschluss am Samstag Sechste im Parallel-Slalom.
"Mit dem Gesamt-Abschneiden können wir nicht zufrieden sein", sagte Sportdirektor Stefan Knirsch, der nur Kober von seiner Kritik ausnahm. "Die Frage, die man sich stellen muss, ist: Was ist mit den anderen los gewesen?" Nach den Olympischen Winterspielen in Vancouver hatte das deutsche Team auch bei der WM die erhoffte Medaille verpasst.
Während Kobers Teamkolleginnen Anke Karstens (12.), Selina Jörg (19.) und Isabella Laböck (28.) beim überraschenden Slalom-Sieg der Norwegerin Hilde-Katrine Engeli nicht in die Nähe der Topplätze kamen, fehlten Kober knapp 4/10 Sekunden zum Halbfinale. "Natürlich bin ich enttäuscht, dass es nicht zu einer Medaille gereicht hat", sagte die 23 Jahre alte Olympia-Zweite von 2006, die im September einen Sohn zur Welt gebracht hatte. "Aber hätte mir jemand vor zwei Wochen gesagt, dass ich Vierte und Sechste werde, hätte ich das nie geglaubt."
Bei den seit 1996 unter Regie des Internationalen Skiverbandes FIS organisierten Weltmeisterschaften blieb das deutsche Team wie nur 2005 in Whistler ohne Edelmetall. Patrick Bussler (19.), der vor zwei Jahren als Dritter die einzige deutsche WM-Medaille in Gangwon geholt hatte, schied in der ersten K.o.-Runde aus. Nach dem Sieg in der Riesenslalom-Konkurrenz verteidigte der Österreicher Benjamin Karl seinen Titel im Slalom erfolgreich. Noch vor den Österreichern waren die Australier mit dreimal Gold in Halfpipe und Boardercross erfolgreichste Nation der WM.
Als letzte deutsche Hoffnung sollte Silvia Mittermüller die deutsche Bilanz bei der WM-Premiere im Slopestyle, bei dem die Athleten einen Hindernisparcours durchfahren, noch retten. Doch während des Trainings zur Qualifikation stürzte die 27-Jährige nach einem Sprung und musste wegen Rückenschmerzen passen. "Das ist sehr bedauerlich. Vom Niveau her hätte sie eine Medaillenchance gehabt", sagte Knirsch. Hier gingen die Siege an die Finnin Enni Rukajarvi und Seppe Smits aus Belgien.