Noch nicht einmal fünf Monate sind seit ihrem olympischen Doppelerfolg in Vancouver vergangen, doch Maria Riesch steckt sich schon wieder neue Ziele. "Wir fiebern seit Jahren auf diese besondere Saison hin", sagte die 25-Jährige im Trainingslager im bayerischen Ottobeuren mit Blick auf die Ski-WM im heimischen Garmisch-Partenkirchen (7. bis 20. Februar 2011). Ihr Anspruch sei es vor allem, "da zu bleiben, wo ich bin: ganz oben".
Die Bilanz von zwei Goldmedaillen bei einem Großereignis, drei Weltcup-Siegen und dem Gewinn des Slalom-Weltcups macht der Vorzeigeathletin des Deutschen Skiverbands (DSV) Druck für die kommende Saison, sorgt aber auch für einen Motivationsschub. "Mein Anspruch an mich selber bleibt natürlich, auch wenn ich eigentlich schon alles erreicht habe", sagte Riesch. Die Konzentration richte sich aber schon von Beginn der Vorbereitung an auf den Saisonhöhepunkt: "Ich kann da was gewinnen, eine Goldmedaille ist ein Traum." Das "Non-Plus-Ultra" sei nicht der Gesamtweltcup, den Riesch auch in der vergangenen Saison ihrer Freundin und Konkurrentin Lindsey Vonn (USA) überlassen musste: "Wenn er kommt, dann kommt er. Wenn nicht, dann nicht."
Frischer Wind im DSV-Team
Für neuen Wind in der DSV-Damen-Mannschaft, die in Viktoria Rebensburg, Kathrin Hölzl und Susanne Riesch zahlreiche Hoffnungsträgerinnen für den kommenden Winter in ihren Reihen hat, sorgt Thomas Stauffer als neuer Cheftrainer. Der Schweizer, der den Posten von Mathias Berthold vor der Saison übernommen hatte, sei zwar ein ganz "anderer Typ als Berthold, aber mit ein wenig Abstand betrachtet war es genau der richtige Zeitpunkt für etwas Neues", sagte Riesch.
Auch Stauffer ist mit den ersten Trainingseinheiten in neuer Umgebung "sehr zufrieden. Ich habe alles vorgefunden, was ich erwartet habe. Eine starke Mannschaft mit einem tollen Betreuerteam". Wenn alles so weitergehe wie bisher, "fahren wir nach Garmisch, um Medaillen zu gewinnen".
Bereits seit Anfang Mai arbeitet Stauffer mit den DSV-Damen. Nach Konditionseinheiten auf Zypern und dem Trainingslager in Ottobeuren geht es Anfang Juli erstmals wieder auf Ski: Den ersten Trainingswochen in Zermatt und Wittenburg folgen Trainingslager in Neuseeland und Chile.
Riesch und Co. prophezeien Sieg gegen England
"Endlich wieder Schnee", sagte Riesch, die die Sommertrainingslager als "hart und anstrengend" bezeichnet. Ablenkung suchen die DSV-Damen während der harten Wochen vor dem Fernseher: "Wir schauen alle Fußball-WM und sind stolz auf die deutsche Mannschaft", sagte Riesch. Riesenslalom-Olympiasiegerin Rebensburg will das "Training sogar verschieben, um den sicheren Sieg gegen England am Wochenende zu verfolgen".