Bamberg - Die "chinesische Woche" hat Timo Boll zu sehr geschlaucht. Deutschlands Tischtennis-Star sagte seine Teilnahme an den 79. deutschen Meisterschaften in Bamberg kurzfristig ab und verschob die geplante Rekordjagd auf 2012.
"Mir tut die Absage sehr leid, weil jeder weiß, wie gerne ich dieses Turnier Jahr für Jahr spiele. Doch nach den kräftezehrenden Veranstaltungen in Katar, Dortmund und Peking braucht mein Körper eine Ruhepause", begründete der Weltranglisten-Erste im Tischtennis seine Entscheidung.
Ausdrücklich entschuldigte sich der 29 Jahre alte Ausnahmesportler bei den Veranstaltern in Bamberg und den Fans für die Kurzfristigkeit der Absage. Boll war erst am 2. März erschöpft vom Erdteilkampf Asien - Europa in Peking zurückgekehrt, zu dem er unmittelbar nach dem verlorenen Finale der German Open in Dortmund geflogen war. In der chinesischen Hauptstadt absolvierte er zwei Partien - gegen den Japaner Jun Mizutani gewann er, gegen den Chinesen Zhang Jike gab es wie in Dortmund eine Niederlage.
Nach der Rückkehr nach Deutschland hatte sich der neunmalige deutsche Meister mit Bundestrainer Jörg Roßkopf beraten und mit Blick auf die WM im Mai in Rotterdam seine Startzusage zurückgezogen. "Wir wollen kein Risiko eingehen", sagte Roßkopf. "Jeder weiß, dass ich in diesem Jahr alles den Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaften unterordne", ergänzte Boll. Er hätte in Bamberg seinen zehnten Einzeltitel gewinnen können und teilt sich nun weiterhin den Rekordmeister-Titel mit Eberhard Schöler und Conny Freundorfer.