London - Nach dem erfolgreichsten Monat ihrer Tennis-Karriere hat Sabine Lisicki nur noch einen Wunsch: ausspannen. "Den Schläger werde ich erstmal nicht anfassen. Ein bisschen frei brauche ich", kündigte die 21-Jährige nach ihrem letzten Auftritt bei den 125. All England Championships an.
Noch einmal war die Frohnatur, die die große Bühne so sehr liebt, in den Genuss eines Matches auf dem Centre Court von Wimbledon gekommen. Das Happy End in Form des Siegerpokals blieb der Berlinerin und ihrer australischen Doppel-Partnerin Samantha Stosur aber verwehrt. "Leider haben wir nicht die große Trophäe mitgenommen", sagte Lisicki.
So mussten die beiden Tennis-Freundinnen bei ihrem erst zweiten gemeinsamen Turnier mit einem kleinen Silberteller vorliebnehmen. Verliehen immerhin vom Duke of Kent, der Lisicki in der Royal Box gratulierte. "Ich denke, wir werden noch unsere Chancen zusammen haben", kündigte Lisicki weitere Großtaten an.
Auch wenn das Duo das Finale gegen die tschechisch-slowenische Paarung Kveta Peschke/Katarina Srebotnik (Tschechien/Slowenien) mit 3:6, 1:6 klar verlor, fällt Lisickis Fazit durchweg positiv aus: "Es war eine super Rasensaison für mich: Turniersieg in Birmingham, Wimbledon-Halbfinale und dann auch noch das Endspiel im Doppel - toll." Anschließend hatte sie ein Lob für die neue Wimbledon-Queen Petra Kvitova parat: "Sie hat ein tolles Turnier gespielt."
Nun will Lisicki einige Tage lang keinen Schläger anfassen. "Irgendwo ist auch der Akku leer", sagte die blonde Power-Frau. In Berlin möchte sie die Seele baumeln lassen, genießen, was ihr zuletzt gelungen ist. Anschließend wird die neue Nummer 27 der Welt in ihre Wahl-Heimat nach Florida übersiedeln, um sich in der Tennis-Akademie von Nick Bollettieri auf die Hartplatz-Saison vorzubereiten.
Ende Juli will Lisicki dann wieder in Stanford (USA) aufschlagen - ohne Druck. Schließlich hat die zweifache WTA-Turniersiegerin nach monatelanger Verletzungspause im vergangenen Jahr keinerlei Weltranglisten-Punkte zu verteidigen. Ihr Vorstoß Richtung Top Ten scheint vorprogrammiert. "Ich freue mich auf die Zeit", sagte sie.