Florent Richier holt sich den Gesamtsieg beim ADAC Supercross in der Münchner Olympiahalle. Der Franzose gewinnt das Sonntagsfinale und damit den Titel "König von München". Richier, der zum zweiten Mal nach 2007 in der Bayernmetropole triumphiert, verbessert sich in der Punktewertung des ADAC SX-Cup 2010/2011 auf den dritten Tabellenrang, direkt hinter seinen Teamkollegen Teddy Maier.
Der für das Thüringer Osicka Kawasaki Elf Team Pfeil startende 26-jährige zählte bereits am ausverkauften Samstag zu den schnellsten Piloten, wurde aber vom späteren Sieger Matt Boni abgeschossen. Richier wurde als Elfter mit einer Runde Rückstand gewertet. Die damit verbundenen fünf Punkte sollten sich am Folgetag als äusserst wertvoll erweisen. Denn sonntags glückte Richier prompt die Revanche.
Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg stürmte der mehrfache Deutsche Motocross Meister an die Spitze der Veranstaltung. Richier machte obendrein einen mächtigen Satz in der Cup-Wertung der Königsklasse SX1. Jetzt nur noch 14 Punkte hinter dem Portugiesen Joaquim Rodrigues liegend, hat er durchaus Chancen, beim Finale in Dortmund um die Meisterschaft zu kämpfen.
Teddy Maier durchlebte ein gemischtes Wochenende. Der U.S. Profi aus Iowa übernahm mit Rang fünf im Samstagsfinale die zwischenzeitliche Tabellenführung, bevor er sich sonntags erstmals in dieser Saison nicht für den Endlauf qualizieren konnte. Maier bleibt Rodrigues dennoch mit nur zehn Punkten Rückstand auf den Fersen. Chad Johnson machte derweilen bittere Erfahrung mit dem europäischen Wetter- und Flugchaos. Johnson strandete Freitag früh in Amsterdam, nachdem sein Anschlussflug gestrichen wurde. So konnte er nach einer ungemütlichen Nacht erst am Samstag kurz vor Trainingsbeginn in München landen. Seiner Frau war es erfolgreich gelungen, am heimischen Computer in Wisconsin umzubuchen.
In der Klasse SX2 fuhren die Franzosen Romain Berthomé und Boris Maillard aufs Podest. Berthomés gleichmäßige Fahrten wurden samstags mit Rang drei und sonntags mit Rang vier belohnt. Maillard platzierte sich am zweiten Tag als Dritter unmittelbar vor seinem Landsmann. Der 19-jährige Nick Myers aus Georgia fuhr sein erstes Rennen in Europa. Myers verpasste samstags die Qualifikation der besten Zwölf, konnte sich aber sonntags mit einem dritten Rang im ersten der beiden Läufe rehabilitieren.
Harald Pfeil: "Ein Sieg zum Jahresausklang - und der zweite in Folge! Florent konnte das Blatt mit seiner starken Fahrt sonntags noch wenden. Schön, dass wir damit zwei Fahrer im Kampf um den Cup-Gesamtsieg haben. Chad Johnsons Wochenende war von den Reisestrapazen überschattet. Er hat eine ziemliche Odyssee durchlebt, die Sache aber professionell genommen. Leider war an Spitzenergebnisse nicht mehr zu denken. Filip (Neugebauer) schaffte sonntags den Einzug ins Finale, ein Spitzenergebnis war drin, aber leider brachte ihn ein Konkurrent zu Fall. Jedenfalls waren wir in der SX1 mit jeweils zwei Mann im Endlauf und haben den Gesamtsieg geschafft. "
Quelle: Kawasaki Elf Team Pfeil