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Friday, 30.07.2010 | 16:54:44

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(c) SID/AFP/Karim Sahib: Michael Schumacher wird wieder von Presse und Konkurrenz gejagt [Motorsport, Formel1, SID/AFP/Karim Sahib]

Formel1 - Nachrichten von 1aSport

Schumacher ist der Gejagte

Am Wochenende startet endlich die 61. Formel-1-Saison. Hauptthema ist dabei Michael Schumachers historische Rückkehr zurück ans Lenkrad eines Formel-1-Boliden.

Vier Weltmeister, sechs deutsche Fahrer, acht Titelkandidaten - doch das absolute Highlight beim Start ins siebte Jahrzehnt der Formel 1 ist die Rückkehr des siebenmaligen Champions Michael Schumacher. Nach 1239 Tagen Pause steigt der erfolgreichste Formel-1-Pilot aller Zeiten beim Großen Preis von Bahrain am Sonntag (13.00 Uhr MEZ/live bei RTL und Sky) für sein 251. Rennen wieder ins Cockpit und rückt mit einem der größten Comebacks der Sportgeschichte die Königsklasse weltweit in den Mittelpunkt. Heute beginnt die Jagd auf Schumi mit dem Freien Training (8.00 und 12.00 Uhr MEZ/live bei RTL und Sky).

"Meine Batterien sind wieder voll aufgeladen", sagte der 41-Jährige nach seiner dreijährigen Pause und setzt sich im festen Glauben an seine alte Stärke selbstverständlich den Titel zum Ziel. "Dafür trete ich an, und ich bin überzeugt, dass wir in diesem Kampf ein Wort mitreden können", sagte er und freut sich auf den Kampf mit der nächsten und der übernächsten Generation.

Schumacher will nicht nur in Umfragen vorn liegen

Egal, ob Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg, Vize-Weltmeister Sebastian Vettel, das McLaren-Duo aus Titelverteidiger Jenson Button und dessen Vorgänger Lewis Hamilton oder der zweimalige Champion Fernando Alonso und Felipe Massa bei Ferrari - für alle wird Schumacher die Messlatte sein.

25 Prozent der Deutschen trauen Schumacher laut einer von RTL beauftragten repräsentativen Forsa-Umfrage zu, wieder den Titel zu holen. Damit liegt Schumacher knapp vor Vettel (21), aber deutlich vor Alonso (7) und Hamilton (6). "Ob wir den Titel dann holen, ist eine andere Frage, wie immer im Sport. Aber unser gesamtes Team freut sich auf diese Herausforderung. Jeder ist extrem motiviert, genau wie ich", sagte Schumacher.

"Wenn er ein überlegenes Auto hat, kann er es schaffen", sagt Red-Bull-Pilot Vettel über Schumachers Chancen, direkt bei seiner Rückkehr gleich wieder die Nummer eins zu werden. Dieses Ziel hat sich aber auch der 22-Jährige aus Heppenheim gesetzt: "Ich will mich um einen Platz verbessern."

Rosberg will in den Elitekreis - Jeder vierte Fahrer ein Deutscher

In den elitären Zirkel der deutschen GP-Sieger, dem bislang neben Michael Schumacher (91 Siege) und Vettel (5) nur Ralf Schumacher (6), Heinz-Harald Frentzen (3), Wolfgang Graf Berghe von Trips (2) und Jochen Mass (1) angehören, will auch Rosberg aufsteigen. Gemeinsam mit Schumacher bildet der 24-Jährige bei Mercedes die "deutsche Formel-1-Nationalmannschaft" (Daimler-Chef Dieter Zetsche), das erste Silberpfeil-Werksteam seit 55 Jahren.

Auch Dieter Zetsche wünscht sich beim Zusammentreffen der Weltmarke Mercedes mit dem deutschen Weltstar Schumacher den maximalen Erfolg: den WM-Titel. Um dafür beste Chancen zu haben, übernahmen die Stuttgarter im November das Weltmeisterteam von Ross Brawn und das englische "Superhirn" als Teamchef gleich mit. Brawn hatte früher bei Benetton und später bei Ferrari Schumacher zu allen sieben WM-Titeln geführt, im vorigen Jahr machte er sein eigenes Team zum Konstrukteurschampion und Landsmann Button erstmals zum Titelträger.

Weniger hohe Ambitionen verfolgen Timo Glock, der sich bei Virgin, neben Lotus und Hispania einem von drei neuen Teams, einer komplett neuen Herausforderung stellt, Adrian Sutil bei Force India und Neuling Nico Hülkenberg bei Williams, die beide regelmäßig in die Punkteränge fahren wollen. Sechs deutsche Piloten gab es in bislang 60 Jahren Formel 1 noch nie, damit stellen sie ein Viertel des insgesamt 24-köpfigen Fahrerfeldes.

Hispania geht jungfräulich an den Start - Grand-Prix-Premiere für Südkorea

Ursprünglich hätten sogar 26 Autos am Start stehen sollen, doch das USF1-Team aus Amerika kapitulierte eineinhalb Wochen vor Saisonbeginn und gab den Wettlauf gegen die Zeit auf. Dagegen hat Hispania offenbar in letzter Sekunde noch die Kurve bekommen. Nach der Übernahme des zunächst unter dem Namen Campos gegründeten Rennstalls durch den spanischen Geschäftsmann Jose Ramon Carabante hat der Ingolstädter Colin Kolles als neuer Teamchef in kürzester Zeit doch noch ein Team aus dem Boden gestampft, das in der vorigen Woche in Murcia präsentiert wurde und ohne einen einzigen Testkilometer in Bahrain antreten wird.

Hispania bringt einen legendären Namen zurück in die Formel 1. Denn einer der beiden Fahrer ist der Brasilianer Bruno Senna, der Neffe des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna. Renault, das die Mehrheit seines Rennstalls an die Firma Genii des Luxemburger Finanz-Investors Gerard Lopez verkauft hat, bringt unterdessen in Witali Petrow den ersten russischen Fahrer in die Königsklasse. Neu im Kalender ist das Rennen in Südkorea, wo am 24. Oktober auf einer vom Aachener Architekten Hermann Tilke entworfenen Strecke gefahren wird.

Wichtigste neue Regel ist das Verbot des Nachtankens. Daher haben alle Boliden größere Tanks, wodurch die Gewichtsdifferenz zwischen dem Start und der Zieldurchfahrt mehr als 160 Kilogramm betragen kann. Die Leistungsfähigkeit der Autos könnte während eines Rennens stark schwanken, was die Teams auch in den Testfahrten fleißig simulierten. Unangenehmer Nebeneffekt für die Fans, aber auch für die Teams: Nach den nur 15 Testtagen ist es noch schwieriger als früher, einen klaren Favoriten zu benennen. Nach Einschätzung fast aller Fahrer liegen Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull aber sehr dicht zusammen - womit es gleich acht WM-Kandidaten geben würde.

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