Michael Schumacher wird am Wochenende tatsächlich wieder Formel 1 fahren. Nach seiner dreijährigen Pause hat er sich mit seinem neuen Mercedes GP-Team den WM-Titel als Ziel gesetzt. Im Interview spricht der 41-Jährige über seine härtesten Konkurrenten und die neuerliche Zusammenarbeit mit Teamchef Ross Brawn.
Frage: "Sie sind in Bahrain angekommen, Ihr Comeback in der Formel 1 steht unmittelbar bevor. Wie ist Ihre Gefühlslage?"
Michael Schumacher: "Es überwiegt die Vorfreude auf das, was jetzt endlich folgen wird. Bei unserer Teampräsentation habe ich gesagt, dass ich mich fühle wie ein 12-jähriger Junge. Seitdem bin ich ein bisschen älter geworden, aber nicht viel."
Frage: "Spüren Sie nach drei Jahren Pause schon ein gewisses Kribbeln?"
Schumacher: "Es wird dann losgehen, wenn ich im Auto sitze. Ich werde mich sicher sehr emotional fühlen. Das ist ganz normal nach dieser Pause und mit aufgeladenen Akkus. Ich kann jetzt natürlich kaum abwarten, dass es los geht."
Frage: "Hat Ihnen auch ein bisschen der Rummel gefehlt?"
Schumacher: "Ich glaube nicht, dass ich hier bin wegen des Rummels. Ich bin eher hier wegen des Fahrens. Ich genieße es, im Auto zu sitzen und gegen die Leute auf der Strecke zu kämpfen. Das habe ich vermisst."
Frage: "Wer ist der WM-Favorit?"
Schumacher: "Man sieht, dass vier Teams relativ eng zusammenliegen. Beim letzten Test sah McLaren stark aus, auch Red Bull. Ferrari ist den ganzen Winter gut, dazu kommen wir. Und die Fahrer haben alle Top-Niveau, da kann man noch nicht sagen, wer am Ende Vorteile haben wird."
Frage: "Wird 2010 die härteste Saison Ihrer Karriere?"
Schumacher: "Nicht unbedingt. Wenn man um den Titel kämpft, reicht es, wenn man einen harten Gegner hat, mit dem es eng wird. Man erinnert sich an meine Tage mit Mika Häkkinen. Ob da dann noch jemand anderes ist, macht keinen Unterschied. Dass jetzt mehrere Teams auf diesem Niveau sind, ändert zwar das Bild, aber das macht es nicht schwieriger. Wenn man bis zum letzten Rennen um den Titel kämpft, ist es egal, ob gegen einen oder gegen fünf andere."
Frage: "Freuen Sie sich auf einen bestimmten Gegner?"
Schumacher: "Wir alle wollen gegen den Fahrer kämpfen, der vor uns fährt, da ist es egal, wer das gerade ist."
Frage: "Wie ist es, wieder mit Ross Brawn zusammenzuarbeiten?"
Schumacher: "Das macht Spaß es ohne Ende. Mit Ross hat man natürlich einen Weggefährten, den man sehr gut kennt. Man hat ein gewisses blindes Verständnis. Das vereinfacht vieles. Er kennt mich gut genug, um zu wissen, wie man meine Erfahrung nutzen kann."