Michael Schumacher fühlt sich perfekt vorbereitet für die Rückkehr in die Formel 1 und ist bereit für den Kampf um den Titel. "Ganz eindeutig ja. Dafür trete ich an, und ich bin überzeugt, dass wir in diesem Kampf ein Wort mitreden können", schrieb der Mercedes-Pilot auf seiner Homepage sechs Tage vor dem Saisonstart am Sonntag in Bahrain (13.00 Uhr MEZ/live bei RTL und Sky). Nach 1239 Tagen Pause wird der siebenmalige Weltmeister dann erstmals wieder ins Geschehen eingreifen - und hat sich Titel Nummer acht zum Ziel gesetzt.
"Ob wir den Titel dann holen, ist eine andere Frage, wie immer im Sport. Aber unser gesamtes Team freut sich auf diese Herausforderung. Jeder ist extrem motiviert, genau wie ich", sagte Schumacher, der zusammen mit Nico Rosberg (Wiesbaden) im neuen Werksteam von Mercedes antritt. Die Stuttgarter hatten im November das Weltmeisterteam von Ross Brawn übernommen und das englische "Superhirn", das Schumacher zu all seinen sieben Titeln geführt hatte, als Teamchef an Bord gehalten.
Schumacher: "Ich liebe diesen Kampf"
"Die Jungs haben letztes Jahr beide Titel geholt, und jetzt, mit der Power von Mercedes an Bord, wollen sie das wiederholen. Wir alle wollen siegen", sagte Schumacher: "Die Saison ist lang, und der Kampf wird hart, keine Frage. Aber ich liebe diesen Kampf - genau deshalb bin ich zurückgekommen."
Trotz der nur 15 Testtage fliegt Schumacher am Mittwoch zuversichtlich nach Bahrain, auch wenn er die Vorbereitungszeit nicht als ausreichend empfand. "Ich glaube, dieses Gefühl hat keiner von uns Fahrern. Das ist aber normal: gebt uns 40 Testtage, und wir würden 80 wollen. Man hat immer das Gefühl, man kann mehr machen, und viele der Testtage waren diesmal stark vom Wetter beeinträchtigt", sagte er: "Aber insgesamt sind wir gut vorangekommen, denn unsere Schwerpunkte waren die Zuverlässigkeit und die interne Zusammenarbeit. Wir haben sehr effizient gearbeitet. "
"Wichtig ist, in Schlagdistanz zur Spitze zu sein"
Die hohe Erwartungshaltung gleich zu Saisonbeginn stört den 41 Jahre alten Kerpener nicht, er denkt mittelfristig. "Ich habe immer ziemlich klar gesagt, dass wir nicht von Anfang an in der Lage sein müssen und wahrscheinlich sein werden, Siege einzufahren", sagte er: "Wichtig ist, in Schlagdistanz zur Spitze zu sein und die lange Saison dafür zu nutzen, am Ende vorn zu sein. Wichtig ist nicht der Anfang; wichtig ist das Ende. Ich glaube sicher, dass wir vorne mitkämpfen können."
Schumacher räumt ein, dass sein Silberpfeil am Ende der Testfahrten noch nicht ganz da war, wo das eine oder andere Team schon mit seinen Autos war. "Es sieht aber wohl so aus, dass wir häufiger mit mehr Benzin an Bord unterwegs waren und wir daher doch ganz gut dastehen. Ich kann allerdings nicht wirklich einschätzen, wer bisher alle Karten ausgespielt hat", sagte er und setzt auf noch ausstehende Verbesserungen: "Unser Auto war bei den Tests noch nicht komplett - etwas, was wir bewusst so geplant hatten. Wir wollten die zwei Wochen Entwicklungszeit zwischen dem letzten Test und Bahrain noch ausnutzen."