(c) SID IMAGES: Norbert Haug erwartet trotz des großen Vorsprungs eine knappe Restsaison
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Haug glaubt an einen Audi-Titel

Mit dem Rennen in Brands Hatch geht die DTM-Saison am Wochenende allmählich in die entscheidende Phase. Der SID sprach mit den Chefs der beiden Konstrukteure Mercedes und Audi.
02.09.2010 15:32 Uhr

Vor dem 7. von 11 Läufen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft am Sonntag im englischen Brands Hatch (14.00 Uhr/live in der ARD) hat Mercedes-Pilot Bruno Spengler ein angenehmes Punktepolster vor seinen beiden Teamkollegen Gary Paffett und Paul di Resta, Mattias Ekström als bester Audi-Pilot liegt als Vierter sogar 16 Zähler zurück. Dennoch sei das Titeltrennen noch lange nicht entschieden, betonen die beiden Sportchefs Norbert Haug (Mercedes) und Wolfgang Ullrich (Audi) im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

SID: Nach drei Jahren mit Titeln für Audi hat in dieser Saison Mercedes offenbar die Nase vorn: Fünf Siege in den ersten sechs Rennen. Woran liegt das?
Norbert Haug: "In den letzten dreieinhalb Jahren gab es 37 DTM-Rennen. 23 davon hat Mercedes-Benz mit der C-Klasse gewonnen. Die Titelentscheidung nach Punkten war stets extrem knapp, die Siegesbilanz 23:14 für Mercedes fällt dagegen weit weniger knapp aus, wir gewannen in dreieinhalb Jahren über 60 Prozent aller Rennen. Und natürlich stellen fünf Siege in sechs Rennen eine erstklassige erste Saisonhälfte dar, mehr aber auch nicht."
Wolfgang Ulrich: "Wir hätten mehr Rennen gewinnen können, ja sogar müssen. Dass unser Audi A4 DTM die notwendige Performance hat, haben wir immer wieder gesehen. Aber 'wenn' und 'hätte' zählen im Motorsport nicht, sondern nur die Resultate. Es sind bei uns viel zu viele kleine Fehler passiert, die in der Summe dazu geführt haben, dass wir unsere Chancen einfach nicht genutzt haben. Auch die neue Reifengeneration hat ihren Teil dazu beigetragen. Sie hat uns in den letzten Monaten viele Rätsel aufgegeben und Überstunden beschert."

SID: Können sich diese Kräfteverhältnisse in den restlichen Rennen wieder verschieben?
Norbert Haug: "Durchaus. Wir denken von Rennen zu Rennen und wollen so viele wie möglich gewinnen. Seit Audi und Mercedes in der DTM antreten, hat Mercedes 101 Mal gewonnen, Audi holte 53 Siege. Aber natürlich kann Audi auch 2010 den Titel gewinnen - sie haben starke Autos, starke Fahrer und starke Teams."
Wolfgang Ullrich: "Wir arbeiten intensiv daran. Es müssen alle wieder zu jenem Null-Fehler-Job zurückfinden, wie er uns in diesem Jahr einen weiteren Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans ermöglicht hat. In der DTM muss einfach alles stimmen, wenn man gewinnen will. Da die Technik der Autos eingefroren ist, können wir auf diesem Sektor nichts tun. Entscheidend ist, das Potenzial der Reifen so gut wie möglich auszunutzen. Da liegt für mich im Augenblick ganz klar der Schlüssel zum Erfolg."

SID: Wer kann Spitzenreiter Bruno Spengler den Titel noch streitig machen?
Norbert Haug: "Immer noch fast eine Handvoll Fahrer. 50 Punkte für Siege sind zu vergeben. Neun Punkte Vorsprung auf den ersten Markenkollegen und 16 Punkte auf den bestplatzierten Audi sind eine Pufferzone, aber keine unüberwindbare Mauer. Bruno weiß das, er fühlt sich aber gleichzeitig wohl mit dem Gefühl, dass seine Verfolger gewinnen müssen, er aber gewinnen kann." Wolfgang Ullrich: "Bruno hat mit Gary (Paffett, d.Red.) und Paul (Di Resta, d.Red.) zwei harte Gegner im eigenen Lager. Und wenn sich drei streiten, freut sich in diesem Fall vielleicht der Vierte. Der heißt im Augenblick Mattias Ekström, der mit 16 Punkten Rückstand noch immer in Schlagdistanz ist. Jeder weiß, wie stark Eki ist. Ein Sieg in Brands Hatch, und schon sieht die Welt wieder anders aus. Auch Timo Scheider sollte man noch nicht abschreiben. Ich denke, einer der fünf wird in diesem Jahr Meister."

SID: Wann wird der geplante Einstieg von BMW perfekt gemacht und was würde diese Rückkehr für die Serie bedeuten?
Norbert Haug: "Diese Frage müssen Sie bitte BMW stellen. Wir freuen uns über neue Konkurrenten. Das Interesse mehrerer Hersteller an der DTM zeigt, dass Mercedes und Audi absolut richtig lagen, so lange so unbeirrt an der DTM festzuhalten. Mit Erfolg: Wenn am Samstag und Sonntag bei RTL zusammengerechnet rund 8 Millionen Zuschauer die Formel 1 live verfolgen, sind es bei der ARD über 2 Millionen, die die DTM live sehen - ein großartiger Wert, wenn die DTM regelmäßig über 20 Prozent der Formel-1-Live-Quoten erreicht."
Wolfgang Ullrich: "Wir können nicht für BMW sprechen. Aber klar ist, dass die Rückkehr von BMW der DTM einen zusätzlichen enormen Schub geben würde."

SID: Kommen im Sog von BMW vielleicht noch weitere Hersteller in die DTM?
Norbert Haug: "Abwarten. Von uns aus gerne, aber Klasse war in der DTM immer wichtiger als Masse. Und es gibt keinen Grund dieses Erfolgsrezept zu ändern."
Wolfgang Ullrich: "Es gibt viele Hersteller, die sich für die DTM interessieren und damit bestätigen, dass Audi, Mercedes-Benz, die ITR und der DMSB in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet und die Weichen eindeutig in die richtige Richtung gestellt haben."

SID: Wann wird das neue technische Reglement für 2012 verabschiedet?
Norbert Haug: "Das Reglement steht fest und Interessenten kennen es."
Wolfgang Ullrich: "Wir arbeiten seit vielen Monaten intensiv am neuen Reglement und haben vereinbart, es dann zu veröffentlichen, wenn alle wichtigen Eckdaten stehen. Das ist nun bald der Fall. Die Veröffentlichung ist aber Sache der ITR und des DMSB und nicht die der Hersteller."

SID: Was kann und muss die DTM noch tun, um ihre Fans noch mehr zu begeistern und an sich zu binden?
Norbert Haug: "Es gibt immer neue Ideen in der DTM, der Zuschauer steht stets im Mittelpunkt - und er weiß und spürt das. Mercedes hat sich immer für den 'DTM-Kunden' Zuschauer eingesetzt, und Audi sieht das nicht anders."
Wolfgang Ullrich: "Die DTM hat sich schon immer dadurch ausgezeichnet, innovativ zu sein und neue Dinge auszuprobieren. Dazu zählt auch das Show-Rennen im Münchner Olympiastadion im nächsten Jahr. Das neue Reglement, das 2012 eingeführt wird, zielt zudem darauf ab, die Kosten zu reduzieren, die Sicherheit weiter zu erhöhen und den Sport noch attraktiver zu machen."

SID: Ist es nicht schade für die deutschen Fans, das Finale in diesem Jahr nicht in Hockenheim zu erleben?
Norbert Haug: "Das ist es, aber Hockenheim wird in diesem Jahr ein echter Knaller werden - 20 Prozent mehr Runden und viele Tribünenplätze mit 20 Prozent niedrigeren Preisen. Und - wer weiß - vielleicht wird die Meisterschaft ja wie schon so oft auch dieses Mal wieder in Hockenheim entschieden."
Wolfgang Ullrich: "Da schlagen zwei Seelen in meiner Brust - und ich bin sicher, dass es vielen innerhalb des DTM-Fahrerlagers genauso geht. Hockenheim war immer ein großartiger Schauplatz für das DTM-Finale. Wir haben dort tolle Rennen vor einem begeisterten Publikum erlebt. Audi hat dort dreimal in Folge den Titel gewonnen und fantastische Erinnerungen an die Emotionen. Auf der anderen Seite ist die Expansion nach China für die DTM sehr wichtig. China ist der Zukunftsmarkt für die Automobilhersteller. Die Chance, die sich der DTM in Shanghai bietet, wollten wir einfach nutzen, um die Serie langfristig zu sichern. Aufgrund der Verlängerung der Weltausstellung gab es in diesem Jahr keine Möglichkeit, das Rennen früher auszutragen. Ich hoffe, dass die deutschen Fans das verstehen, beim Deutschland-Finale in Hockenheim trotzdem wieder für eine tolle Atmosphäre sorgen werden und vor den Fernsehbildschirmen ein großartiges Finale in Shanghai erleben. Jeder in der DTM weiß, wie wichtig die starke deutsche Basis für die DTM ist. Niemand will die deutschen Fans verprellen - ganz im Gegenteil."

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Gary Paffett freut sich über seinen zweiten Saisonsieg. Foto: Jürgen Tap

Paffett feiert zweiten Saisonsieg in Brands Hatch

Im Ziel fiel ihm Jenson Button um den Hals, in der Boxengasse jubelte seine Familie: Ein perfektes Heimspiel für Gary Paffett. Der Brite feierte beim dritten Saisonlauf des Deutschen Tourenwagen |  Artikel


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Mercedes-Pilot Gary Paffett fuhr in der Qualifikation die beste Zeit. Foto: Uwe Anspach

Paffett bei DTM in Brands Hatch auf Pole Position

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Der schwedische Rennfahrer Mattias Ekström will im Audi endlich wieder siegen. Foto: Uwe Anspach

Zurück zur Stärke: Audi will in Brands Hatch angreifen

Im vergangenen Jahr besetzten sie das komplette Podium. In dieser Saison wären sie wohl schon mit einer Treppchenstufe zufrieden. Wenn das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) am Sonntag Station in |  Artikel


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BMW-Pilot Bruno Spengler jubelt nach seinem Sieg auf dem Lausitzring. Foto: Bernd Settnik

Spengler holt ersten DTM-Sieg für BMW seit 20 Jahren

50. DTM-Sieg für Rückkehrer BMW: Bruno Spengler sorgte auf dem Lausitzring für den ersten Sieg der Bayern nach 20 Jahren Pause.  |  Artikel


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Der aktuelle DTM-Rennkalender

Mit Brands Hatch (England), Spielberg (Österreich), Zandvoort (Niederlande) und Valencia (Spanien) finden erneut vier der zehn Saisonläufe außerhalb Deutschlands statt.

Der Rennkalender 2012:

Datum Ort
29.04.2012 Hockenheimring
06.05.2012 EuroSpeedway Lausitz
20.05.2012 Brands Hatch (Großbritannien)
03.06.2012 Spielberg (Österreich)
01.07.2012 Norisring
19.08.2012 Nürburgring
26.08.2012 Zandvoort (Niederlande)
16.09.2012 Motorsport Arena Oschersleben
30.09.2012 Valencia (Spanien)
21.10.2012 Hockenheimring

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Aktuelle Sportnachrichten

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    Die Giro-Überraschung Ryder Hesjedal hat den Gesamtsieg beim 95. Giro d'Italia immer deutlicher im Visier.
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    Bochum verpflichtet Wolfsburger Scheidhauer
    Fußball-Zweitligist VfL Bochum hat sich mit Stürmer Kevin Scheidhauer vom VfL Wolfsburg verstärkt. Wie der Club mitteilte, wird der 20-Jährige bis zum 30. Juni 2014 ausgeliehen.
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