Zittern und bange Blicke bei der Auslosung: Den deutschen Handballern droht für die WM in Schweden 2011 (13. bis 30. Januar) am Freitagabend in Göteborg eine Hammergruppe. Dabei könnte sich das schwache Abschneiden des Ex-Weltmeisters bei der EM Anfang des Jahres in Österreich rächen. Weil das Team von Bundestrainer Heiner Brand nur enttäuschender Zehnter wurde, befindet sich Deutschland seit langem nur im Topf mit der drittstärksten Leistungsreihe.
Dadurch trifft die deutsche Mannschaft schon in der Vorrunde, die in vier Gruppen mit jeweils sechs Teams ausgespielt wird, auf einen der vier EM-Halbfinalisten (Frankreich, Kroatien, Island oder Polen). "Wie die Auslosung auch ausfällt, wir wollen die Vorrunde mit einer möglichst guten Punktzahl überstehen und in die Hauptrunde einziehen", sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier und betonte: "Das große Ziel ist das Halbfinale."
"Glücksfee" Magnus Wislander
"Glücksfee" am Freitag ab 18.15 Uhr ist unter anderem der ehemalige Kieler und Welthandballer des Jahrhunderts, Magnus Wislander. Den DHB wird Co-Trainer Martin Heuberger repräsentieren. Brand selbst fliegt am Montag mit der Nationalmannschaft zu einer einwöchigen US-Werbetour nach Chicago, in deren Rahmen am 17. Juli ein Länderspiel gegen Polen stattfindet.
Neben Gastgeber Schweden könnten den Deutschen in der WM-Vorrunde zum Beispiel Ex-Europameister Dänemark oder die bärenstarken Spanier beziehungssweise Norwegen zugelost werden. Die Brand-Auswahl muss in der Gruppenphase, die in Malmö, Göteborg, Lund, Linköping und Norrköping ausgespielt wird, mindestens Dritter werden, um in die Hauptrunde der besten zwölf Teams einzuziehen.
Die Punkte gegen die ebenfalls qualifizierten Konkurrenten werden in die zweite Turnierphase mitgenommen. Die jeweils zwei besten Mannschaften der beiden Hauptrundengruppen spielen dann überkreuz im Halbfinale.
Traumziel Olympia 2012 in Gefahr
Mit einem schwachen Abschneiden könnte Deutschland auch erstmals das Traumziel Olympia 2012 in London aus den Augen verlieren. Zwar qualifiziert sich nur der Weltmeister von 2011 direkt für die nächsten Sommerspiele, aber die Platzierungen zwei bis sieben garantieren die direkte Teilnahme an einem der drei olympischen Qualifikationsturniere im April/Mai 2012. Sollten die Deutschen (WM-Fünfter von 2009) das nicht schaffen, bleibt nur die Chance, sich bei der EM 2012 in Serbien das London-Ticket oder die Qualifikation zu sichern.
Das WM-Finale und das Spiel um Platz drei finden am 30. Januar in der Malmö-Arena (15.000 Zuschauer) statt. An diesem Tag wird auch der Welthandballer beziehungsweise die Welthandballerin 2010 ausgezeichnet. Titelverteidiger in Schweden ist Frankreich.