Der HSV Hamburg hat schon einen Tag vor dem Start in die 34. Saison der Handball-Bundesliga seinen ersten Titel in der Tasche. Der Pokalsieger sicherte sich durch einen 27:26 (13:11)-Sieg über den deutschen Meister und Champions-League-Gewinner THW Kiel zum vierten Mal den Supercup.
"Ein Supergefühl, den Supercup gewonnen zu haben. Es ist immer toll, Kiel zu schlagen. Wir hatten die Überraschungsmomente auf unserer Seite", meinte Michael Kraus, spektakulärer Neuzugang des HSV. Kiels Torjäger Christian Zeitz stellte fest: "Unsere schlechte Torausbeute wurde bestraft."
Beste Torschützen waren beim Sieger Hans Lindberg mit acht und Igor Vori mit vier Toren. Für Kiel trafen Filip Jicha (7) und Christian Zeitz (6) am meisten.
Die Rekordjäger aus Kiel wollten eigentlich Revanche nehmen für die Vorjahresniederlage, doch der große Nordrivale legte in München los wie die Feuerwehr und ließ lange Zeit nichts anbrennen. Schnell lagen die Hamburger 4:0 in Führung, die "Zebras" kamen erst sehr spät zur Entfaltung.
Vorgeschmack auf die Bundesliga
Die 8156 Zuschauer bekamen damit einen ersten Vorgeschmack auf neue die Bundesliga-Saison. Das Duell der Nordlichter hatte die ganze Liga in der vergangenen Spielzeit bis zum Schluss in Atem gehalten.
Die 34. Bundesliga-Saison wird am Mittwoch mit der Begegnung zwischen HSG Wetzlar und der SG Flensburg-Handewitt offiziell eröffnet. Der HSV Hamburg greift erst am Samstag bei FA Göppingen ins Geschehen ein. Auf Kiel wartet am Sonntag die Pflichtaufgabe gegen Aufsteiger TSG Friesenheim.
Brand traut den deutschen Teams viel zu
Neben den beiden Topfavoriten Kiel und Hamburg zählt Bundestrainer Heiner Brand noch Flensburg und die Rhein-Neckar Löwen zu den aussichtsreichsten Bundesligisten. Dem Quartett traut der Gummersbacher auch in der Champions League viel zu. "Jede dieser Mannschaften hat das Zeug dazu, um am Ende ganz oben zu landen", sagte Brand dem SID.
Einen Durchmarsch der Kieler, die in den kommenden Monaten auf ihren Star Daniel Narcisse (Kreuzbandriss) verzichten müssen, wollen unter anderem die Hamburger verhindern. Der HSV hatte sich den Kielern in der vergangenen Saison mit nur einem Punkt Rückstand geschlagen geben müssen und wartet immer noch auf die erste Meisterschaft. "Die Titelvergabe darf nur über den HSV gehen", sagt Hamburgs Trainer Martin Schwalb.
Von derartigen Kampfansagen will sich Kiels Trainer Alfred Gislason nicht verunsichern lassen. "Keine Bange, wir werden noch deutlich besser. Es muss immer unser Anspruch sein, um alle Titel mitzuspielen", sagt der Isländer forsch. Gislason strebt mit dem Rekordmeister (16 Titel) das Triple aus Meisterschafts-, Pokal- und Champions-League-Triumph anstrebt. Dieses Kunststück war Kiel im Jahr 2007 gelungen.
Deutsche Meister (seit 1950) nach Zahl der Erfolge:
Häufigste DDR-Meister (1950-1991):
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