Stellte sich den Fragen der TOYOTA Handball-Bundesliga - Marc-Henrik Schmedt
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SCM-Geschäftsführer Schmedt im Interview

SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt stellte sich den Fragen der TOYOTA Handball-Bundesliga und sprach über die Ziele und Träume des SC Magdeburg.
29.07.2010 17:09 Uhr

"Ledig, aber gebunden“ so beschreibt Marc-Henrik Schmedt seine private Lebenssituation. Seit dem 1. Juli gilt das sogar in doppelter Hinsicht, denn der 40-jährige ehemalige Banker ist Geschäftsführer des SC Magdeburg und dessen drei Gesellschaften. Dabei kommt der ehemalige Bonner eigentlich gar nicht aus dem Handball, sondern brachte es in frühen Jahren als A-Jugend-Spieler bis in die Fußball-Verbandsliga. "Nicht weiter erwähnenswert", findet Schmedt. Den SC Magdeburg unterstützt er bereits seit 2001 und kümmerte sich dort viele Jahre lang ehrenhalber um die Geschicke der 2. Mannschaft. Jetzt will er seinen Klub gemeinsam mit SCM-Urgestein Steffen Stiebler (Geschäftsstellenleiter) und dem neuen Trainer Frank Carstens zurück in die Spitze der Liga führen.
 
Sie sind offiziell seit knapp einem Monat der neue Geschäftsführer des SC Magdeburg. Wie kam es dazu?
Schmedt: Ich bin bereits seit 2001 Mitglied des SC Magdeburg und seit 2002 für die 2. Mannschaft verantwortlich, die ich ehrenamtlich in ihrer Zeit in der 2. Liga begleitet habe. Insofern bin ich im Verein kein Unbekannter. Als langjähriges Vorstandsmitglied sind mir darüber hinaus die Aufgaben ebenso bekannt wie die handelnden Personen, die Spieler und die Gremien des Klubs. Schon als Holger Kaiser im vergangenen Jahr seinen Hut nahm, bat man mich, die Geschäftsführung zu übernehmen. Aber ich wollte hier keine heiße Kartoffel anfassen, sondern mich mit den Leuten hinsetzen und gemeinsame Lösungen finden für die Dinge, die erforderlich sind, um hier wieder erfolgreich sein zu können.

Welche Dinge?
 Schmedt: Es ging und geht natürlich darum, Sponsoren zu einem weiteren Engagement zu animieren, weiterzumachen und neue Partner zu finden. Es ging auch darum, Strukturen zu modernisieren. Wir haben hier jetzt drei Betriebsgesellschaften für die 1. Liga, die 2. Liga und füs Marketing, die nun aus einer Hand geführt werden. Ich vertrete die Auffassung, wer für die Ausgabenseite verantwortlich ist, sollte auch für die Einnahmen sorgen.
 
Hat das etwas mit dem Prinzip Verantwortung zu tun?
Schmedt:  Ich war 18 Jahre Banker und weiß, dass neben der sportlichen unbedingt eine wirtschaftliche Stabilität geschaffen werden muss, um weiter nach vorn zu kommen. Letztlich entscheidet die Etathöhe über sportlichen Erfolg.
 
Zunächst einmal verabschiedeten sich die Handballer des SCM von ihrem Beinamen Gladiators. War das rückblickend betrachtet ein Marketingflop?
Schmedt: Rückblickend sage ich, dass es damals eine andere Zeit war. Der SCM war damals Vierter in der Liga. Da schien es möglicherweise angebracht, die Dinge ein wenig zu amerikanisieren. Ich hingegen vertrat die Auffassung, wenn wir hier einen Neuanfang wagen wollen, müssen wir uns auf das Ursprüngliche besinnen. Eben auf das, was uns immer stark gemacht hat. Dazu benötigen wir keinen Zusatz.
 
Jetzt wollen Sie mit einer neuen Imagekampagne zurück zu den Wurzeln?
Schmedt: Ich glaube, dass in den vergangenen Jahren ein wenig das Bewusstsein abhanden gekommen ist, welche Strahlkraft der SC Magdeburg als etablierter Erstligist in der Region Sachsen-Anhalt noch immer besitzt. Deshalb haben wir eine Imagekampagne unter dem Motto "Unsere Stadt, unser Verein" ins Leben gerufen. Wir müssen keine Gladiators sein, um uns auf unsere Stärken zu besinnen. Wir haben zwar keine wirtschaftlichen Schwergewichte wie beispielsweise SAP in dieser Region, aber wir haben viele inhabergeführte Unternehmen, die wir für uns als Partner gewinnen möchten.
 
Sportlich ging es für die Magdeburger in den vergangenen Jahren stets bergab. Wie werden Sie diesen Trend stoppen?
Schmedt: In den vergangenen zwei Spielzeiten war die Spielerdecke zu dünn, sodass zum Ende einer Kräfte zehrenden Saison die Power fehlte und sich Verletzungen häuften. Wir hatten über Jahre einen den wirtschaftlichen Schwierigkeiten geschuldeten personellen Aderlass (zuletzt verließen Silvio Heinevetter und Christian Sprenger und Christoph Theuerkauf den Klub) zu verkraften. Das alles führte ganz einfach zu den unbefriedigenden sportlichen Resultaten. Dass es überhaupt noch Erstliga-Handball in Magdeburg gibt, ist dennoch ein Verdienst jener Sponsoren, die dem Klub in der schweren Zeiten beigestanden haben. Jetzt haben wir jede Position doppelt besetzt, sodass wir die Saison auf einem höheren Niveau durchspielen können sollten.
 
Welche Spieler kommen denn neu und werden das Team verstärken?
Schmedt: Wir haben mit Jure Natek einen erfahrenen 28-Jährigen verpflichtet, der bereits mit Celje 2004 die Champions League gewann, mit Kjell Landsberg kommt ein ebenfalls erfahrener deutscher Spieler aus Göppingen. Sehr gefreut habe ich mich über die Zusage des 21-jährigen Zsolt Balogh, der zuletzt in Budapest unter Vertrag stand und als eines der größten ungarischen Talente seit Laszlo Nagy gilt. Damir Doborac aus Sarajevo und Tim Hornke, ein junges deutsches Talent vom HSV Hannover, komplettieren den Kader.
 
Mehr ließen die immer noch abzubauenden Verbindlichkeiten nicht zu, oder?
Schmedt: Wir mussten und müssen auch weiterhin den Spagat machen, einerseits wirtschaftlich stabil zu werden, andererseits aber auch das Team zu verbessern. Das wird uns noch ein paar Jahre beschäftigen. Wirtschaftlich gelingt uns der Abbau der Verbindlichkeiten schon recht gut, sportlich müssen wir natürlich die Erwartungen dämpfen. Wir haben ein saftiges Auftaktprogramm und müssen uns als Mannschaft zunächst einmal finden. Wenn wir am Ende der Saison einen einstelligen Tabellenplatz belegen, haben wir viel erreicht.
 
Mit Frank Carstens haben Sie einen jungen Trainer aus Hannover verpflichtet. Wie kam es dazu?
Schmedt: Der Wechsel des bisherigen Trainers war ja lange im Vorfeld bekannt. Wir haben in der Zeit über viele Varianten nachgedacht, sind aber recht rasch auf die Alternative Frank Carstens gekommen. Der hat in Hannover einen Superjob gemacht und steht für eine neue Zeit, für eine neue Ära.
 
Ihnen ist schon bewusst, dass Sie als letzter Ostverein in der 1. Liga eine Verantwortung für die gesamte Region tragen?
Schmedt: Einerseits. Wir müssen Erfolg haben, um uns in der 1. Liga wieder zu stabilisieren. Andererseits haben wir Fans, Zuschauer und Sponsoren in der Region, die sich in einem hohen Grad mit dem Klub identifizieren.

Weshalb das Umfeld fanatisch mitfiebert und auch als kritisch bis schwierig gilt?
Schmedt: Das Umfeld weiß aber auch, dass wir hier keinen Champions-League-Teilnehmer übernommen haben, sondern ein Team, das zuletzt Elfter in der Liga war und dem 15 Punkte auf die Füchse Berlin und damit auf einen einstelligen Tabellenplatz fehlten. Wir haben dem Magdeburger Handball-Publikum erklärt, dass wir in der kommenden Saison gemeinsam wachsen und schauen müssen, wo unser Platz ist. Die Situation ist doch so: Wir sind froh, dass es weitergeht, aber wir werden natürlich nicht sofort eine Europacup-Platzierung erreichen.
 
Mit Steffen Stiebler steht Ihnen ein Spieler aus erfolgreichen Tagen zur Seite. Soll er die Identifikationsfigur in der Klubführung sein?
Schmedt: Er ist es zweifellos. Die Zusammenarbeit mit ihm ist fantastisch. Er arbeitet in der Geschäftsstelle so, wie er früher auf dem Feld gespielt hat.
 
So ruppig?
Schmedt: Nein, aber immer mit vollem Einsatz. Gemeinsam mit Frank Carstens und mir ist das ein zupackendes und hochengagiertes Dreier-Team.
 
Wagen Sie einen Tipp: Wann schafft der SCM den Sprung ins internationale Geschäft?
Schmedt: Für uns drei gibt es eine klare Zielvorgabe: Innerhalb der nächsten drei Jahre soll uns die Qualifikation für einen Europacup-Wettbewerb gelingen.

Quelle: TOYOTA Handball-Bundesliga

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16
VfL Gummersbach
12
Frisch Auf Göppingen
9
TV Großwallstadt
6
SV Polizei Hamburg
4
TuSEM Essen
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TBV Lemgo
2
SG Wallau-Massenheim
2
Grün-Weiß Dankersen
2
Berliner SV 92
2
HSV Hamburg
1
SG Flensburg-Handewitt
1
SC Magdeburg
1
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