Doha - Golfstar Martin Kaymer hat in der Wüste von Katar den Sprung auf Rang eins der Weltrangliste verpasst. Der 26-Jährige landete zwei Wochen nach seinem Saisondebüt-Sieg in Abu Dhabi mit 286 Schlägen (77+70+68+71) beim Masters in Doha auf dem 28. Rang.
Sieger wurde Thomas Björn (274). Der dänische Profi feierte seinen elften Erfolg auf der Europa-Tour. Der Ratinger Marcel Siem konnte als 45. mit 289 Schlägen wie Kaymer nie in den Kampf um den Siegerscheck von 303 113 Euro eingreifen.
"Die Grüns sind nicht meine Freunde geworden. Ich habe das beste Golf meiner Woche gespielt, aber die Putts fielen heute einfach nicht in der letzten Runde rein. Jetzt freue ich mich auf die Tage in Dubai", meinte Kaymer. Der Rheinländer aus Mettmann grämte sich nach seinem Dämpfer nicht lange und dachte vielmehr an das "Elefanten-Treffen" in dieser Woche bei der Desert Classic am Persischen Golf. "Ich weiß, dass ich gutes Golf spielen und auch dort gewinnen kann."
In Dubai prallt vom 10. Februar an mit dem Weltranglisten-Ersten Lee Westwood (England), Kaymer auf Rang zwei und dem entthronten Branchenriesen Tiger Woods erstmals seit Jahren auf der Europa-Tour ein Führungstrio im Weltranking direkt aufeinander. Westwood hatte in Doha den Cut verpasst und würde bei einem Sieg von Kaymer in Dubai seinen Platz an der Sonne verlieren.
"Das wird eine ganz große Herausforderung. Ich liebe den Golfplatz dort wie in Abu Dhabi und es gibt ganz viele World Ranking-Punkte zu holen", meinte Kaymer. In Dubai hatte er schon 2008 Platz zwei sowie 2009 und 2010 jeweils Rang vier belegt.
Nach seiner enttäuschenden 77er Auftaktrunde war Kaymer bei schwierigen Windverhältnissen gleich weit ins Hintertreffen geraten. Er fand nicht mehr zu seinem gewohnten Rhythmus. Er "verlas" sich auf den Grüns beim Suchen der Putt-Linien und zeigte durch fehlende Spannung in der Körpersprache seinen Unmut über sich und seine mangelnden Erfolgserlebnisse.
Spätestens das Doppel-Bogey an der 12 machte Kaymer einen Strich durch die Aufholjagd, die er mit zwei Birdies auf den ersten beiden Grüns so verheißungsvoll begonnen hatte. Hinter dem ehemaligen Ryder Cup-Sieger Björn belegte der Spanier Alvaro Quiros (278) Rang zwei vor seinem Landsmann Rafael Cabrera-Bello (279) sowie dem lange führenden Österreicher Markus Brier (279).
Dagegen blieb Siem sich auch am letzten Tag wieder einmal treu: Nach der Geburt seiner ersten Tochter Victoria ging dem 30-Jährigen das Spiel nicht gut genug von der Hand. Immerhin verbesserte er sich noch auf den 45. Rang.
| Rang | Name | Punkte |
| 1. (1) | Rory McIlroy (Nordirland) | 9,526 |
| 2. (2) | Luke Donald (England) | 9,362 |
| 3. (3) | Lee Westwood (England) | 8,134 |
| 4. (4) | Bubba Watson (USA) | 6,447 |
| 5. (5) | Matt Kuchar (USA) | 6,078 |
| 6. (6) | Hunter Mahan (USA) | 5,530 |
| 7. (7) | Tiger Woods (USA) | 5,224 |
| 8. (8) | Steve Stricker (USA) | 5,168 |
| 9. (10) | Phil Mickelson (USA) | 5,111 |
| 10. (12) | ) Justin Rose (England) | 5,087 |
| 11. (9) | Martin Kaymer (Mettmann) | 5,061 |
| ... | ||
| 138. (136) | Marcel Siem (Ratingen) | 1,205 |