Europameister Bernard Dietz rät Michael Ballack zum Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft. "Ballack müsste eigentlich von sich aus sagen: Passt mal auf, Freunde, lasst es gut sein. Er hat es doch eigentlich nicht mehr nötig. Außerdem ist es ja auch nicht mehr so, dass es ohne Ballack nicht mehr geht. Ich an seiner Stelle würde mir das nicht mehr antun", sagte der ehemalige DFB-Kapitän der Sport Bild.
Derweil haben sich andere ehemalige Spielführer des DFB-Teams auf die Seite von Ballack geschlagen. "Ballack ist ein verdienter Nationalspieler. Es ist das Mindeste, dass man mit Würde mit ihm umgeht", forderte Ehrenspielführer Uwe Seeler. Für das HSV-Idol ist es überhaupt keine Frage, dass Ballack "der Kapitän der Nationalmannschaft bleibt. Auch die ganze Diskussion habe ich nicht verstanden."
Brehme kritisiert Löw
Weltmeister und Ex-Kapitän Andreas Brehme hält ebenfalls zu Ballack und kritisiert Bundestrainer Joachim Löw sowie Ersatz-Kapitän Philipp Lahm: "Die ganze Diskussion ist absoluter Schwachsinn gewesen. Die Unruhe hätte Jogi Löw gar nicht haben müssen, wenn er sich viel früher für Ballack entschieden hätte. Zu unserer Zeit hätte es das nicht gegeben, was Lahm bei der WM gemacht hat. Dafür hat man zu viel Respekt vor dem Kapitän gehabt."
Der 33-jährige Ballack hatte den Machtkampf in der wochenlang diskutierten K-Frage mit Lahm zwar gewonnen, sein Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause in der Nationalelf steht aber in den Sternen. Wegen mangelnder Fitness hatte Löw auf den Leverkusener in den EM-Qualifikationsspielen gegen Belgien (1:0) und Aserbaidschan (6:1) verzichtet. Ob Ballack beim nächsten Doppelpack gegen die Türkei und Kasachstan Mitte Oktober wieder zur Nationalmannschaft stößt, hatte der Bundestrainer offen gelassen.
Dass Ballack am Dienstag in Köln das Spiel der DFB-Auswahl gegen Aserbaidschan nicht live im Stadion verfolgt hatte, war einigen im Umfeld der Nationalmannschaft sauer aufgestoßen. Im Gegensatz zu Ballack hatte dessen Vereinskollege Simon Rolfes, der ebenso wie der frühere England-Legionär verletzungsbedingt die WM in Südafrika verpasst hatte, seinen Nationalmannschaftskollegen einen Besuch abgestattet und auf der Tribüne die Daumen gedrückt.
Hamburg - Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft stehen folgende Termine im Kalender:
(Stand: Oktober 2011)
| 11. November 2011 | Länderspiel gegen Ukraine in Kiew |
| 15. November 2011 | Länderspiel gegen die Niederlande in Hamburg |
| 29. Februar 2012 | Länderspiel gegen Frankreich in Bremen |
| 11. bis 18. Mai 2012 | Regenerations-Trainingslager auf Sardinien |
| Mai 2012 | Trainingslager in Südfrankreich mit zwei Länderspielen |
| 8. Juni bis 1. Juli 2012 | EM-Endrunde in Polen und Ukraine |
| 15. August 2012 | Länderspiel gegen Argentinien (Ort offen, in Deutschland) |
| 6. Februar 2013 | Länderspiel gegen Italien (Ort offen, in Italien) |
| 5. März 2014 | Länderspiel gegen Frankreich (Ort offen, in Frankreich) |
1. Sepp Herberger (1936 bis 1964):
162 Länderspiele - 92 Siege, 26 Unentschieden, 44 Niederlagen; Weltmeister 1954
2. Helmut Schön (1964 bis 1978):
139 Länderspiele - 87 Siege, 30 Unentschieden, 22 Niederlagen; Europameister 1972, Weltmeister 1974
3. Jupp Derwall (1978 bis 1984):
67 Länderspiele - 45 Siege, 11 Unentschieden, 11 Niederlagen; Europameister 1980
4. Franz Beckenbauer - Teamchef (1984 bis 1990):
66 Länderspiele - 36 Siege, 17 Unentschieden, 13 Niederlagen; Weltmeister 1990
5. Berti Vogts (1990 bis 1998):
102 Länderspiele - 67 Siege, 23 Unentschieden, 12 Niederlagen; Europameister 1996
6. Erich Ribbeck (1998 bis 2000):
24 Länderspiele - 10 Siege, 6 Unentschieden, 8 Niederlagen
7. Rudi Völler (2000 bis 2004)
28 Länderspiele - 18 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen
8. Jürgen Klinsmann (2004 bis 2006)
33 Länderspiele - 21 Siege, 6 Unentschieden, 6 Niederlagen
9. Joachim Löw (seit August 2006)
69 Länderspiele - 48 Siege, 11 Unentschieden, 10 Niederlagen