Nach den Streitigkeiten der vergangen Tage zwischen DFB-Präsident Theo Zwanziger, Bundestrainer Joachim Löw und Team-Manager Oliver Bierhoff wurden die kontroversen Diskussionen offiziell beendet. Warum der DFB-Präsident trotz der Diskussionen nur an einen Triumph mit Joachim Löw als Trainer in Südafrika glaubt, beantwortet er im Interview.
Frage: "Herr Zwanziger, der Streit zwischen Ihnen auf der einen Seite und Bundestrainer Joachim Löw sowie Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff auf der anderen Seite ist öffentlich beigelegt. Wie geht es jetzt weiter?"
Theo Zwanziger: "Es geht um den deutschen Fußball und eine erfolgreiche WM. Da müssen Vertragsfragen zurückstehen. Keiner von uns hat das Recht, Millionen von Fans ein Szenario zu liefern, dass sich die Mannschaft aus der Verantwortung stehlen könnte."
Frage: "Also liegen die Vertragsverhandlungen auf Eis?"
Zwanziger: "Wenn ein gut angedachtes Projekt so in die Hose geht, macht es keinen Sinn, es jetzt vor der WM noch einmal zu probieren. Deshalb wird es keine weiteren Gespräche dazu vor der WM mehr geben. Nach der WM werden wir gemeinsam weiter sehen. Es ist kein Tischtuch zerschnitten. Manchmal liegt das Glück auch darin, dass man etwas Zeit vergehen lässt." Frage: "Stehen Sie voll hinter Joachim Löw als Bundestrainer?"
Zwanziger: "Ich betone ganz klar: Erfolg bei der WM in Südafrika gibt es nur mit diesem Trainer. Viele sind auswechselbar, aber die Mannschaft braucht diesen Trainer."
Frage: "Wie konnte es Ihrer Meinung nach zu seiner Eskalation kommen und sehen Sie dabei auch Schuld bei sich?"
Zwanziger: "Ich habe die vorgelegten Verträge gesehen und gedacht: Das geht so nicht. Mein Gegenvorschlag war nie als Ultimatum gedacht, sondern ein Versuch, die Situation zu retten. Das Ziel und mein Wunsch war ja, die Verlängerung des Vertrages von Joachim Löw. Ich hätte aber am vergangenen Mittwoch zum Telefonhörer greifen sollen, um die Lage einen Tag vor der Präsidiumssitzung möglicherweise etwas zu entspannen."
Frage: "In der Sache fühlen Sie sich aber nach wie vor im Recht?"
Zwanziger: "Es kann im Verfahren und in den Ansichten zu Meinungsverschiedenheiten kommen, aber es darf nicht passieren, dass die Nationalmannschaft zu weit vom DFB entfernt ist. Da muss man sehr auf die Balance achten.
Frage: "Bleibt etwas hängen und ist das alte Vertrauen wieder herzustellen?"
Zwanziger: "Es ist schon so, dass emotional etwas kaputtgegangen ist. Wir werden daran arbeiten, dass feste Vertrauensverhältnis, dass nahezu ein freundschaftliches war, wieder herzustellen. Und die Chancen sind sehr gut, dass dies geschieht."
Hamburg - Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft stehen folgende Termine im Kalender:
(Stand: Oktober 2011)
| 11. November 2011 | Länderspiel gegen Ukraine in Kiew |
| 15. November 2011 | Länderspiel gegen die Niederlande in Hamburg |
| 29. Februar 2012 | Länderspiel gegen Frankreich in Bremen |
| 11. bis 18. Mai 2012 | Regenerations-Trainingslager auf Sardinien |
| Mai 2012 | Trainingslager in Südfrankreich mit zwei Länderspielen |
| 8. Juni bis 1. Juli 2012 | EM-Endrunde in Polen und Ukraine |
| 15. August 2012 | Länderspiel gegen Argentinien (Ort offen, in Deutschland) |
| 6. Februar 2013 | Länderspiel gegen Italien (Ort offen, in Italien) |
| 5. März 2014 | Länderspiel gegen Frankreich (Ort offen, in Frankreich) |
1. Sepp Herberger (1936 bis 1964):
162 Länderspiele - 92 Siege, 26 Unentschieden, 44 Niederlagen; Weltmeister 1954
2. Helmut Schön (1964 bis 1978):
139 Länderspiele - 87 Siege, 30 Unentschieden, 22 Niederlagen; Europameister 1972, Weltmeister 1974
3. Jupp Derwall (1978 bis 1984):
67 Länderspiele - 45 Siege, 11 Unentschieden, 11 Niederlagen; Europameister 1980
4. Franz Beckenbauer - Teamchef (1984 bis 1990):
66 Länderspiele - 36 Siege, 17 Unentschieden, 13 Niederlagen; Weltmeister 1990
5. Berti Vogts (1990 bis 1998):
102 Länderspiele - 67 Siege, 23 Unentschieden, 12 Niederlagen; Europameister 1996
6. Erich Ribbeck (1998 bis 2000):
24 Länderspiele - 10 Siege, 6 Unentschieden, 8 Niederlagen
7. Rudi Völler (2000 bis 2004)
28 Länderspiele - 18 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen
8. Jürgen Klinsmann (2004 bis 2006)
33 Länderspiele - 21 Siege, 6 Unentschieden, 6 Niederlagen
9. Joachim Löw (seit August 2006)
69 Länderspiele - 48 Siege, 11 Unentschieden, 10 Niederlagen