Nach den gescheiterten Verhandlungen über eine vorzeitige Vertragsverlängerung und dem anschließenden "Friedensgipfel", hat sich Joachim Löw zu Wort gemeldet. Der Bundestrainer spricht über schwere letzte Tage, die Erwartungen für die WM und sein Verhältnis zum Team-Manager Oliver Bierhoff.
Frage: "Herr Löw, wie haben Sie nach der geplatzten Vertragsverlängerung die letzten Tage erlebt?"
Joachim Löw: "Ich hatte schon mit der Situation zu kämpfen und war angespannt. Ich habe mich gefragt, wie konnte es so weit kommen. Man fragt sich das und ist auch selbstkritisch. Was für einen Fehler hat man selbst gemacht?"
Frage: "Wie kam es jetzt zur Annäherung zwischen Ihnen und DFB-Präsident Theo Zwanziger?"
Löw: "Wir haben am Montag und Dienstag sehr vertrauensvolle und intensive Gespräche geführt, so wie das auch in den letzten sechs Jahren immer der Fall war. Wir haben eine klare Linie bis zur WM gefunden. Die Dinge, die vorgefallen sind, sind abgehakt. Die Missverständnisse sind aus dem Weg geräumt. Es wird bis zur WM keine Zugabe mehr geben."
Frage: "Glauben Sie, dass dies die Basis für ein erfolgreiches WM-Abschneiden sein kann?"
Löw: "Wir sind uns alle einig, dass das gesamte Interesse der WM in Südafrika gelten muss. Wir müssen die Mannschaft so vorbereiten, dass sie ein gutes Turnier spielt. Denn wir haben eine unglaublich hohe Verantwortung, weil wir ein ganzes Land, weil wir Deutschland vertreten. Dahinter stehen Millionen von Fans, die hoffen, dass wir eine gute WM spielen. Ich kann versichern, dass wir alles tun werden, damit das gelingt."
Frage: "Ist es für Sie schwierig, mit der Ungewissheit über die Zukunft in die WM zu gehen? Ihr Vertrag läuft ja am 31. Juli 2010 aus."
Löw: "Ich kann hervorragend damit leben. Ich bin selbstbewusst genug, um mit dieser Situation umzugehen. Das ist für mich kein Problem. Was jetzt zählt, ist die Vorbereitung auf die WM und dann das Turnier."
Frage: "Sie haben zuletzt immer wieder betont, nach der WM nur zusammen mit Manager Oliver Bierhoff weiter machen zu wollen. Gilt das immer noch?"
Löw: "Bis zur WM gibt es eine klare Linie. Über das Nachher mache ich mir noch keine Gedanken. Ich habe immer gesagt, dass wir bis zur WM gemeinsam weiter machen. Danach wird man sich unterhalten."
Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft stehen folgende Termine im Kalender:
| 7. Mai | Löw nominiert EM-Kader in Rastatt |
| 11. bis 18. Mai | Regenerations-Trainingslager auf Sardinien |
| 18. - 30. Mai | Trainingslager in Südfrankreich |
| 26. Mai | Länderspiel gegen die Schweiz in Basel |
| 29. Mai | Meldeschluss für den 23-köpfigen EM-Kader |
| 31. Mai | Länderspiel gegen Israel in Leipzig |
| 8. Juni - 1. Juli | EM-Endrunde in Polen und Ukraine |
| 15. Aug. | Länderspiel gegen Argentinien in Frankfurt |
| 7. Sep. | WM-Qualifikationsspiel gegen Färöer Inseln in Hannover |
| 11. Sep. | WM-Qualifikationsspiel auswärts gegen Österreich |
| 12. Okt. | WM-Qualifikationsspiel auswärts gegen Irland |
| 16. Okt. | WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden in Berlin |
| 14. Nov. | Länderspiel gegen die Niederlande in Amsterdam |
| 6. Feb. 2013 | Länderspiel gegen Frankreich (Ort offen, in Frankreich) |
| 22. März 2013 | WM-Qualifikationsspiel auswärts gegen Kasachstan |
| 26. März 2013 | WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan in Nürnberg |
| 6. Sep. 2013 | WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich in München |
| 10. Sep. 2013 | WM-Qualifikationsspiel auswärts gegen Färöer Inseln |
| 11. Okt. 2013 | WM-Qualifikationsspiel gegen Irland in Köln |
| 15. Okt. 2013 | WM-Qualifikationsspiel auswärts gegen Schweden |
| 5. März 2014 | Länderspiel gegen Italien (Ort offen, in Italien) |
(Stand: April )
162 Länderspiele - 92 Siege, 26 Unentschieden, 44 Niederlagen; Weltmeister 1954
2. Helmut Schön (1964 bis 1978):
139 Länderspiele - 87 Siege, 30 Unentschieden, 22 Niederlagen; Europameister 1972, Weltmeister 1974
3. Jupp Derwall (1978 bis 1984):
67 Länderspiele - 45 Siege, 11 Unentschieden, 11 Niederlagen; Europameister 1980
4. Franz Beckenbauer - Teamchef (1984 bis 1990):
66 Länderspiele - 36 Siege, 17 Unentschieden, 13 Niederlagen; Weltmeister 1990
5. Berti Vogts (1990 bis 1998):
102 Länderspiele - 67 Siege, 23 Unentschieden, 12 Niederlagen; Europameister 1996
6. Erich Ribbeck (1998 bis 2000):
24 Länderspiele - 10 Siege, 6 Unentschieden, 8 Niederlagen
7. Rudi Völler (2000 bis 2004)
28 Länderspiele - 18 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen
8. Jürgen Klinsmann (2004 bis 2006)
33 Länderspiele - 21 Siege, 6 Unentschieden, 6 Niederlagen
9. Joachim Löw (seit August 2006)
76 Länderspiele - 52 Siege, 13 Unentschieden, 11 Niederlagen
(Stand: Februar 2012)