"In der Liga können wir mit dem Erreichten nicht zufrieden sein. Unser Ziel war natürlich nicht, auf Platz fünf oder sechs zu stehen. Wenn wir Pokalsieger werden, ist das eine Entschädigung für die Saison", sagte der ehemalige deutsche Nationalspieler Roberto Hilbert.
Im Pokal-Duell mit Istanbul BB in Kayseri gelten Hilbert & Co. als leicht favorisiert - auch wenn sie in der Liga zweimal gegen den Stadtrivalen verloren haben. "Es ist für uns die letzte Chance, einen Titel zu gewinnen und im nächsten Jahr in der Europa League zu spielen. Jedem im Verein ist bewusst, wie wichtig dieses Spiel für die Zukunft ist. Es ist ja kein 08/15 Titel, sondern der nationale Pokal", sagte der frühere Stuttgarter Bundesliga-Profi Hilbert der Nachrichtenagentur dpa.
In der Liga liegt das Team mit dem besten und wohl teuersten Kader des ganzen Landes abgeschlagen auf Platz sechs - die Eintrittskarte für den europäischen Fußball können Hilbert, Guti, Simao, Ricardo Quaresma, Manuel Fernandes, Mehmet Aurelio, Fabian Ernst oder Hugo Almeida nur noch mit einem Pokalsieg lösen. "Wir werden alles dafür tun, das Spiel für uns zu entscheiden", verspricht Hilbert.
Vor der Saison war der achtmalige DFB-Auswahlspieler vom VfB Stuttgart zu Besiktas Istanbul um den damals noch amtierenden Coach Schuster gewechselt. Und der 26-Jährige fühlt sich am Bosporus trotz der sportlichen Enttäuschungen so wohl, dass es ihn vorerst nicht zurück in die Heimat zieht. Trotz einiger loser Anfragen aus der Bundesliga. "Es ist schön, dass meine Leistungen bei Besiktas auch in Deutschland wahrgenommen werden. Aber mein Plan ist, in Istanbul zu bleiben und noch mehr Erfolg zu haben. Ich habe noch einen Vertrag über zwei Jahre und den will ich erfüllen", sagte Hilbert.
Gegen Istanbul BB steht er vor seinem 43. Pflichtspiel für Besiktas als rechter Verteidiger und hat damit die drittmeisten Einsätze im Kader. Die Fans tauften ihn "Zug", weil er 90 Minuten lang die Außenlinie rauf und runter läuft. "Für mich persönlich lief es ganz gut. Ich habe mir Anerkennung und Respekt erarbeitet. Es gibt keinen Grund, nach Deutschland zurückzugehen", sagte Hilbert.