Mehr als acht Monate nach dem Vorfall hat die südafrikanische Justiz das Verfahren gegen einen deutschen Fotografen eingestellt. Dem 68-Jährigen war vorgeworfen worden, am 4. Dezember 2009 im Vorfeld der Gruppenauslosung zur Weltmeisterschaft mit einer "Bombe" gedroht zu haben.
Zwar habe er im schwer bewachten Eingangsbereich des Kongresszentrums, in dem die Auslosung stattfand, das Wort "Bombe" benutzt, aber es sei als Scherz gemeint gewesen, argumentierten die Anwälte des Rentners. Als Richterin Pam Naidoo in der vorigen Woche angedeutet hatte, dass sie sich dieser Version anschließen könnte, ließ die Staatsanwaltschaft fünf Tage später die Anklage fallen.
Der Hamburger war nach dem Aufsehen erregenden Vorfall - immerhin rückte eine Spezialeinheit der Polizei zur Bombenentschärfung an - gegen Kaution in Höhe von rund 500 Euro aus der dreitägigen Untersuchungshaft entlassen worden. Er musste sich seitdem zweimal pro Woche bei der Polizei melden, wo auch sein Reisepass blieb. Diesen erhält er nun zurück. Jetzt bereitet sich der freiberufliche Journalist, der 18 Jahren zwischen Deutschland und Südafrika pendelte und in Kapstadt eine Wohnung besaß, auf die dauerhafte Rückkehr in die Heimat vor.