Zürich - Der auf Industriespionage spezialisierte US-Amerikaner soll laut einer Mitteilung vom 3. Juni bei der Aufklärung helfen und "unter direkter Aufsicht" von Robert Torres (Guam) arbeiten, einem Mitglied der FIFA-Ethikkommission.
Freeh war von 1993 bis 2001 Direktor der US-Ermittlungsbehörde FBI und hatte im Anschluss ein weltweit aktives Unternehmen für Risikomanagement gegründet, das vor allem Korruptionsfällen in der Wirtschaft nachgeht. Freeh und dessen Ermittler sollen nun auch mehrere Funktionäre der Karibischen Fußball-Union (CFU) befragen. Ihnen sollen je 40 000 US-Dollar angeboten worden sein, um bin Hammams Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft zu unterstützen.
Der Katarer hat alle Vorwürfe bestritten, wurde aber am Sonntag zusammen mit FIFA-Vizepräsident Jack Warner (Trinidad & Tobago) von der Ethikkommission vorläufig suspendiert. Bin Hammam hatte zudem seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft zurückgezogen.
FIFA-Chef Joseph Blatter, der von bin Hammam ebenfalls beschuldigt, von der Ethikkommission aber nicht bestraft worden war, hatte eine schonungslose Aufklärung angekündigt. "Sicher müssen wir das tun", sagte der 75 Jahre alte Schweizer der Schweizer Zeitung "Tages-Anzeiger" (Freitag). Trotz kolportierter Schmiergeldaffären, Bestechungsanschuldigungen und vorläufig suspendierter Mitglieder seiner Exekutive halte er die FIFA aber nicht für korrupt.