DFB-Präsident Theo Zwanziger hat das Sportwetten-Monopol in Deutschland heftig kritisiert. "Eine Finanzierungsmöglichkeit von drei Milliarden Euro werden durch Verbote in einer perversen Art und Weise heruntergerechnet auf rund 200.000 Euro. Das kann ich wirklich nicht begreifen. Dabei würde es Sportwetten ohne Fußball überhaupt nicht geben", sagte Zwanziger bei der Ligavollversammlung in Berlin.
Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball forderte die Politik insbesondere in Bezug auf das staatliche Wettmonopol zu gemeinsamen Gesprächen auf. "Wir wollen eine ausgewogene Lösung. Wir wollen nicht, dass der Fußball als Melkkuh gesehen wird. Immerhin bietet die Bundesliga rund 100.000 Menschen Brot und Arbeit", sagte Rauball.
Auch Beckenbauer für eine Abschaffung
Zuvor hatte sich auch Franz Beckenbauer für die Abschaffung des Sportwetten-Monopols ausgesprochen. Dem Sport in Deutschland würden so bis zu 400 Millionen Euro im Jahr an Sponsoring-Einnahmen fehlen. Und der Staat verzichte auf Steuern. "Die Politik ist jetzt gefragt. In Frankreich und Italien gibt es Konsensmodelle, die diese Probleme regeln", sagte der Kaiser.
Im Mai hatte sich der deutsche Sport für eine staatlich regulierte, kontrollierte Öffnung des Sportwetten-Marktes ausgesprochen. Daran geknüpft war allerdings die Forderung nach dem Erhalt des staatlichen Veranstalter-Wettmonopols im Bereich der Lotterien (Glücksspirale, Lotto, Toto).
Essen - Theo Zwanziger ist seit dem 8. September 2006 der zehnte Präsident in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Davor leitete der jetzt 65-Jährige aus Altendiez den DFB gemeinsam mit Gerhard Mayer-Vorfelder.
Die längsten Amtszeiten mit jeweils 20 Jahren hatten Gottfried Hinze und Felix Linnemann. - Die Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes seit 1900:
* von 2004 bis 2006 als sogenannte Doppelspitze mit Mayer-Vorfelder als Präsident und Zwanziger als Geschäftsführender Präsident. Seit September 2006 ist Zwanziger alleiniger DFB-Präsident.