Matthias Sammer, Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat nach dem überzeugenden Auftritt der Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika vor Nachlässigkeiten bei der Nachwuchsarbeit gewarnt. "Der größte Fehler wäre es, sich jetzt selbstzufrieden zurückzulehnen", wird der Europameister von 1996 in einem Interview auf der Verbandsseite dfb.de zitiert.
England, Italien und Frankreich hätten bei der WM enttäuscht. Aber das sei nur eine Momentaufnahme. "Wir dürfen uns daher nicht blenden lassen", so Sammer. Die Europameistertitel der U19 2008 sowie der U17 und U21 im vergangenen Jahr "waren Markierungen auf unserem Weg", dessen Ende noch nicht erreicht sei.
Differenzierte Ausbildungszweige
Um eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit zu gewährleisten, wünscht sich Sammer mehr ehemalige Nationalspieler im Trainerbereich. Der ehemalige Profi von Borussia Dortmund plädiert für einen alternativen Trainerlehrgang, der den Bedürfnissen der Teilnehmer mehr entspricht, um "herausragende Akteure, die dem Fußball viel gegeben haben" für eine Ausbildung zu gewinnen.
Weiterhin wolle man differenzierte Ausbildungszweige für Torwart- und Fitnesstrainer anbieten. Auch die finanziellen Anreize für Nachwuchstrainer müssten möglicherweise erhöht werden.
Essen - Theo Zwanziger ist seit dem 8. September 2006 der zehnte Präsident in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Davor leitete der jetzt 65-Jährige aus Altendiez den DFB gemeinsam mit Gerhard Mayer-Vorfelder.
Die längsten Amtszeiten mit jeweils 20 Jahren hatten Gottfried Hinze und Felix Linnemann. - Die Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes seit 1900:
* von 2004 bis 2006 als sogenannte Doppelspitze mit Mayer-Vorfelder als Präsident und Zwanziger als Geschäftsführender Präsident. Seit September 2006 ist Zwanziger alleiniger DFB-Präsident.