In den größten Wett- und Manipulationsskandal der europäischen Fußball-Geschichte kommt immer mehr Bewegung. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) plant, eingeleitete Verfahren zur Anklagereife zu bringen. "In den vergangenen Wochen haben wir weitere Akten erhalten. Nun werden in Kürze Anklagen gegen weitere Spieler vorbereitet", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch der Sport-Bild.
Bereits am Dienstag hatte die Bochumer Staatsanwaltschaft bestätigt, dass noch im August mit ersten Anklagen zu rechnen sei. "Ich hoffe, dass die Kollegen im laufenden Monat damit aufwarten können", sagte Oberstaatsanwalt Bernd Bienioßek dem Sport-Informations-Dienst (SID).
Namen bleiben geheim
Namen von betroffenen Spielern oder Klubs sollen nach Angaben der zuständigen Behörde in Bochum bis zum Beginn eines möglichen Hauptverfahrens geheim bleiben. Nach Erhebung der Anklage entscheidet das Gericht, ob ein Verfahren eröffnet wird. Bislang hat die Staatsanwaltschaft nur einen Fall im Zuge eines schriftlichen Verfahrens beenden können. Dabei wurde einem Spieler ein Strafbefehl zugestellt, den der Spieler akzeptierte.
Laut einer Zwischenbilanz der Staatsanwaltschaft Bochum, die den Skandal Ende November 2009 öffentlich gemacht hatte, werden insgesamt 250 Personen verdächtigt. Die Gesamtzahl der unter Manipulationsverdacht stehenden Spiele beläuft sich auf etwa 270 Begegnungen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft belaufen sich die bislang ermittelten Wetteinsätze auf rund zwölf Millionen Euro.
Essen - Theo Zwanziger ist seit dem 8. September 2006 der zehnte Präsident in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Davor leitete der jetzt 65-Jährige aus Altendiez den DFB gemeinsam mit Gerhard Mayer-Vorfelder.
Die längsten Amtszeiten mit jeweils 20 Jahren hatten Gottfried Hinze und Felix Linnemann. - Die Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes seit 1900:
* von 2004 bis 2006 als sogenannte Doppelspitze mit Mayer-Vorfelder als Präsident und Zwanziger als Geschäftsführender Präsident. Seit September 2006 ist Zwanziger alleiniger DFB-Präsident.