Von Henning Klefisch
Ein ganz wichtiges Spiel für beide Teams. Vom gemütlichen Sonntagsfußball kann also keine Rede sein.
Der SC Freiburg hat nach Wochen der sportlichen Depression einen Hoffnungsschimmer entdeckt. Gründe dafür gibt es viele. Da ist zum einen der wichtige 1:0 Erfolg gegen ein starkes Gladbacher Team. Die Folge davon ist gesteigertes Selbstbewusstsein beim kickenden Personal und im gesamten Verein. Zum anderen war auch Manager Duffner während der Länderspielpause nicht tatenlos und konnte mit dem zuletzt vereinlosen Andreas Hinkel einen Ex-Nationalspieler verpflichten. Nachdem Hinkel von vielen Verletzungen gebeutelt nach seinen Auslandsstation in Sevilla und bei Celtic Glasgow in Schottland keinen neuen Vertrag erhalten hat, schlug der SCF zu.
Hinkel hat sich mit Auftritten in der zweiten Mannschaft für sein Startelfdebüt empfohlen. Der langzeitverletzte Jan Rosental ebenfalls. Beiden winkt gegen den HSV das Saisondebüt. Die neuen personellen Möglichkeiten kommen Trainer Sorg gerade recht. Mit Rechtsverteidiger Mujdza erlitt ein wichtiger Stammspieler im Länderspiel mit Bosnien in Frankreich einen Mittelfußbruch und fällt länger aus.
Erik Jendrisek holte sich Spielpraxis für die Slowakei, Papiss Senegal erzielte Tore für den Senegal. Mit Ufuk Budak konnte sogar ein Akteur aus der zweiten Mannschaft für Aserbaidschan ein Länderspiel bestreiten. Freiburg hat Selbstvertrauen und mehr personelle Möglichkeiten. Sehr guteVoraussetzungen, um gegen Hamburg zu gewinnen. Im Vergleich zum siegreichen Spiel gegen Gladbach fällt der Außenverteidiger Mujdza aus. Dafür rückt Hinkel in die Startelf.
Voraussichtliche Aufstellung: Baumann – Bastians, Barth, Krmas, Hinkel – Flum, Schuster – Putsila, Makiadi,Abdessadki – Cisse
Das Warten hat endlich ein Ende. Der neue Trainer ist endlich da. Wenn auch noch nicht am Sonntag auf der Trainerbank in Freiburg, so doch ab nächsten Montag. Thorsten Fink kommt vom FC Basel aus der Schweiz zum Hamburger SV. Ein gewagter Schritt von der kleinen Schweizer Liga in eine der stärksten Ligen der Welt. Die Bilanz beim besten Schweizer Team liest sich wie eine wahre Erfolgsgeschichte. Fink holte 2011 das Double mit dem FCB. Seine bisher einzige Trainerstation in Deutschland verlief nicht so erfolgreich. Mit dem FC Ingolstadt stieg er zwar 2008 in die 2. Liga auf, nach elf sieglosen Spielen musste er jedoch wieder gehen.
Marcel Rohr, Sportchef der Basler Zeitung und ein enger Wegbegleiter von Fink ist voll des Lobes über den ehemaligen Bayern-Spieler:“ Er ist ein jovialer, freundlicher Typ, der in allen Bereichen sehr professionell arbeitet.“ Hamburg scheint Ruhe zu bekommen, ein Sieg in Freiburg würde dies bestätigen. Dies sieht auch Interimstrainer Arnesen im Interview mit dem „Kicker“ so: Das Spiel in Freiburg ist sehr wichtig. Weil wir auf unserem Weg Punkte einsammeln müssen. Das hat jeder verstanden.“
Hamburg muss unten rauskommen. Das Personell ist dazu da. Unzählige Nationalspieler, die auch mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren wie Bruma für Holland, Aogo für Deutschland, Drobny für Tschechien, Töre für die Türkei, Rajkovic mit Serbien, Son für Südkorea und Guerrero mit Peru. Den größten Triumph erreicht Tomas Rincon, der mit seinem Venezuela gegen Messis Argentinien gewann.
Ein Beleg, wie hoch die Qualität im Hamburger Kader ist, der bis auf die verletzten Arslan und Stepanek in Bestbesetzung. Das Spiel gegen Schalke macht trotz der 1:2 Pleite Lust auf mehr. Das Potential dürfte dazu ausreichen den wichtigen Auswärtsieg in Freiburg zu landen und eine Siegesserie einzuläuten. Im Vergleich zum Schalke-Spiel ist die Anfangsformation identisch.
Voraussichtliche Aufstellung: Drobny – Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo – Tesche, Rincon – Lam, Töre – Guerrero, Petric