Von Henning Klefisch
Mit einem deutlichen Auswärtssieg im „Borussia Park“ kann Gladbach sogar überholt werden. Emotionen sind also garantiert im 46 Derby.
Gladbach ist vorläufig zurück auf dem Boden der Tatsachen. Mit 0:1 verloren die Mannen von Lucien „Hennes“ Favre beim Abstiegskandidaten aus Freiburg. Besonders die Chancenverwertung war eklatatant. So wird das nichts mit dem Traumziel Europa-Cup, was sich die treuen „Fohlen-Anhänger“ insgeheim erhoffen. Mit einem Heimsieg gegen wiedererstarkte Leverkusener soll die neue Position zumindest manifestiert werden. Auf viele Tore dürfen sich wahrscheinlich die über 50.000 Zuschauer im Borussia Park nicht erfreuen, da die letzten fünf Gladbach-Spiele immer mit einem Tor über Sieg oder Niederlage entschieden hat. Mit neun selbst erzielten Toren ist Gladbach das drittschlechteste Team der gesamten Liga. Alles Zahlen, die für Realismus am Niederrhein sorgen. Mit Igor de Camargo fehlt ein wichtiger Torschütze mit einem Teilabriss des Innenbandes im linken Knie für mehrere Wochen. Als Alternativen stehen Bobadilla oder Herrmann bereit. Im Training wurde intensiv das Torschusstraining geübt. Im Vergleich zur 0:1 Niederlage in Freiburg spielt Daems für Wendt.
Voraussichtliche Aufstellung: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Marx, Neustädter – Reus, Arango – Bobadilla, Hanke
Stürmer Hanke erwartet im Interview mit der vereinseigenen Homepage ein schwieriges Spiel: „Es wird ganz sicher ein heißes Spiel. Leverkusen hat eine richtig starke Offensive und viele erfahrene Akteure. Insgesamt sind sie nicht so gestartet, wie sie sich das vorgestellt haben. Wir müssen richtig gut aufpassen und wie in der Vergangenheit versuchen, aus einer mannschaftlichen Kompaktheit, auch in der Offensive Akzente zu setzen.“ Wahre Worte vom erfahrenen Ex-Nationalspieler.
Bayer Leverkusen hat seine Mini-Krise nach den schlechten Auftritten in Köln und München überwunden. Durch den 3:1 Erfolg über Wolfsburg gestärkt, spricht auch die Statistik klar für die Bayer-Mannschaft. Seit 22 Jahren ist Leverkusen in Gladbach ungeschlagen. Eine Serie, die Bayer gerne ausweiten möchte. Mit den Leistungsträgern Adler, Barnetta und jetzt auch
Renato Augusto fallen wichtige Stammspieler aus. Der breite Kader kann dies zum Glück gut kompensierem, zumal auch Ballack immer stärker wird. Laut Sportdirektor Völler fehlt nur „das Glück im Abschluss.....Gemessen an unserer Qualität haben wir sicher zu wenig Tore erzielt.“
Übung erhielten einige Bayer-Akteure bei ihren Nationalmannschaften. Schürrle und Derdiyok waren je einmal für Deuschland bzw. die Schweiz erfolgreich, während Michal Kadlec zweimal für Tschechien traf und sein Land somit in die Play-off-Spiele schoss. Im Vergleich zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg spielt Schürrle für Derdiyok.
Voraussichtliche Aufstellung: Leno – Balitsch, Reinartz, Toprak, Kadlec – Bender, Ballack – Castro, Kießling, Schürrle – Derdiyok.