Von Henning Klefisch
Die offensive Angriffsmaschine Werder Bremen trifft auf die defensive Schießbude 1. FC Köln. Für viele Experten ist dieses Duell eine klare eins auf dem Tippschein, aber die Kölner haben Hoffnungen, denn Podolski befindet sich in bestechender Form und das letzte Bundesliga-Spiel gewannen die Rheinländer souverän mit 3:0. Dieses Mal wird vor allem Bremens Tormaschine Claudio Pizarro etwas dagegen haben und möchte seine Farben in die Champions-League-Plätze schießen.
Bremen ist wieder da, wo sie sich in den letzten Jahren am wohlsten fühlen. An der Tabellenspitze mit Champions-League-Tuchfühlung. Das souveräne 3:1 hat zwei Sachen gezeigt. Werder ist wieder eine wahre Spitzenmannschaft und Claudio Pizarro ist ein wahrer Weltklassespieler. Trotz mittlerweile schon 33 Jahren sorgt der peruanische Nationalstürmer mit seinen Toren und seiner Kampfkraft stets für Gefahr für das gegnerische Team. Da traf die Nachricht von einem Loch in seinem Fuß die heile „Werder-Welt“ extrem hart.
Zum Glück gab es schnell Entwarnung, dass bis zum Spiel gegen Köln keine Probleme auftreten. Eine Beruhigung, denn Pizarro ist derzeit der wichtigste Mann im gesamten Team. Sportlich läuft alles prächtig an der Weser. Der Konkurrenzkampf ist entfacht, zumal im Trainingsspiel eine richtige A- und B-Elf nicht erkennbar ist.
Auf einer anderen Ebene finden jedoch Hahnenkämpfe statt. Da ist zum einen das altbekannte Problem zwischen den Werder-Bossen Allofs und Lemke. Diesmal geht es um den neuen Vertrag von Sportdirektor Allofs. Zum anderen entsteht ein Konflikt um das Thema Torsten Frings, der mittlerweile in Kanada seine Fußballschuhe schnürt, aber gerne in der Winterpause, die bis Januar geht, bei seinem Ex-Verein mittrainieren muss. Zum Ärger von Allofs und Schaaf, die dieses Thema nicht durch die Medien erfahren wollten.
Der Rotsünder Arnautovic freut sich riesig auf sein Comeback auf dem Feld: „Nachdem der Trainer zuletzt mit mir das Einzelgespräch gesucht hat, habe ich bereits damit gerechnet. Er will was mit uns erreichen und hat vollstes Vertrauen in uns. Aber erst möchte ich mich auf meine Aufgabe bei Werder konzentrieren.“
Voraussichtliche Aufstellung: Wiese – Sokratis, Prödl, Naldo, Schmitz – Ignjovski – Fritz, Hunt – Ekici – Arnautovic, Pizarro
Bei der launischen Diva vom Rhein, dem 1. FC Köln beherrschen mal wieder die Schlagzeilen um einen möglichen Weggang vom „FC-Schutzheiligen“ Lukas Podolski die Boulevardmedien. Angeblich möchte der englische Spitzenverein Arsenal London 23 Millionen Euro für Podolski in der kommenden Winterpause bieten.
Der deutsche Nationalspieler soll die Nachfolge des abwanderungswilligen Robin van Persie antreten. Beim 1. FC Köln sollte besonders Sportdirektor Volker Finke die Wertschätzung für den Ur-Kölner in Form eines angemessenen Vertrags zeigen. Ohne den Superstar wäre der 1. FC Köln sportlich und emotional nur noch die Hälfte.
Neben den Fans, die „Poldi“ als ein Idol verehren, würden sich auch viele Sponsoren vom finanziell angeschlagenen 1. FC Köln distanzieren, sollte Podolski den Verein verlassen. Der Verein baut vor und möchte einen neuen Stürmer verpflichten. In der Verlosung sind Eder (23) von Academica Coimbra und Mame Diouf (23) von Manchester United. Bei beiden wird derzeit die Finanzierbarkeit geprüft.
Sportlich sieht es nach dem lockeren 3:0 Erfolg gegen den schwachen Aufsteiger Augsburg gut aus. Mit 16 Punkten auf Position 11 hat man schon acht Punkte Differenz zu einem Abstiegsplatz. Das Spiel in Bremen ist eine schwere Prüfung. Zumindest die Statistik macht Mut. Gegen keine andere Mannschaft erzielten die Domstädter mehr Treffer in ihrer glorreichen Bundesliga-Historie. Trainer Solbakken muss weiter auf die verletzten Novakovic, Chihi, McKenna, Andrezinho und Petit verzichten. Dafür rückt Kapitän Geromel zumindest wieder in den Kader.
Voraussichtliche Aufstellung: Rensing – Brecko, Sereno, Jemal, Eichner – Lanig, Riether – Clemens, Jajalo, Peszko – Podolski