Von Henning Klefisch
Zweites Heimspiel für den neuen HSV-Trainer Thorsten Fink. Der erste Heimsieg sollte gelingen, will man den hohen Ambitionen von Fink gerecht werden. Auch Kaiserslautern ist nach zuletzt drei Siegen in Meisterschaft und Pokal im Aufwind und möchte bei einem direkten Konkurrenten gegen den Abstieg punkten. Die spätere FCK-Legende Andreas Brehme ist in Hamburg-Uhlenhorst zur Welt gekommen. In seinem Herzen schlagen zwei Herzen.
Rotation ist Trumpf beim HSV. Aber auch gefährlich. Fink spielt mit dem Feuer, denn die Partie beim Pokalschreck Trier wurde nur mit viel Glück mit 2:1 in der Verlängerung gewonnen. Eine mögliche Pokalschlappe hätte für die finanziell arg limitierten Hamburgern wirtschaftliche Folgen gehabt. Da noch einmal alles gut gegangen ist, loben ihn viele, dass er seinen gesamten Kader stärken wollte.
Diese neue Stärke schien bei den Spielern jedoch noch nicht angekommen zu sein. Berg, trotz des Tores, Mancienne und Jarolim drängen sich zurzeit nicht wirklich als Alternativen auf. Der große Hoffnungsträger heißt Jaroslav Drobny, der gegen Trier und Wolfsburg glänzend hielt und auch gegen wiedererstarkte Lauterer wieder gefordert sein wird.
Das Ziel ist der erste Heimsieg seit dem 19. März, als der 1. FC Köln mit 6:2 besiegt werden konnte. Ein Sieg reicht den gerade nicht erfolgsverwöhnten Hamburgern, die den dritten Saisonsieg anpeilen. Fink ist Realist: „Es gibt noch genug Arbeit.“ Der HSV bangt um den Einsatz von Mladen Petric, der das Training abbrechen musste.
Voraussichtliche Aufstellung: Drobny – Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo – Rincon, Kacar – Töre, Jansen – Petric, Guerrero
Kaiserslautern schießt sich derzeit fröhlich aus der Krise. Drei Siege in Folge sind ein Zeichen für die mannschaftliche Geschlossenheit und auch der Klasse, die von vielen Kritikern angezweifelt wurden. Nach den Erfolgen auf Schalke (2:1) und gegen Freiburg (1:0) wurde auch beim DFB-Pokal Derby bei Eintracht Frankfurt mit 1:0 gewonnen.
Beim Spiel in Frankfurt war Lautern lange Zeit das unterlegene Team, erzielte aber kur vor Schluss den Siegtreffer durch Sukuta-Pasu. Neben der finanziellen Bescherung durch den Einzug in das Achtelfinale wurde auch mächtig Selbstvertrauen für die kommenden schweren Aufgaben in der Bundesliga getankt. Mit 11 Punkten nach 10 Spielen ist man voll im Soll.
Auch spielerisch kann das Team gefallen. Die vielen Neuzugänge scheinen sich integriert zu haben. Die Mannschaft schweißt immer mehr zusammen. Das Saisonziel Klassenerhalt war schon vor der Saison realistisch genannt worden, sodass für Träumereien in der Pfalz von Anfang an kein Platz war.
Unterdessen steht Führungsspieler Christian Tiffert vor einer Vertragsverlängerung in Lautern. Vor dem Spiel in Hamburg glaubt er an die eigene Stärke: „Es ist ein Duell im Abstiegskampf. Da sind wir bestimmt nicht chancenlos.“ Rodnei spielt für Abel. In 86 Spielen 39 HSV-Erfolge, bei 20 Remis und 27 FCK - Siegen
Voraussichtliche Aufstellung: Trapp – Dick, Amedick, Rodnei, Bugera – Sahan, De Wit, Kirch, Tiffert – Shechter, Kouemaha