Von Henning Klefisch
Die beiden Ex-Vereine von Dieter Hoeneß verkörpern derzeit das Mittelmaß schlechthin. Beide ambitioniert und Champions-Leagueerfahren, haben derzeit einfach nicht die Konstanz in ihren Leistungen, um an den Europapokal ernsthaft denken zu können. Für Lakic und Madlung geht es gegen den Ex-Verein. Nicht nur für die VfL-Profis ein ganz besonderes Spiel. Zusammen stiegen beide Teams 1997 in die Bundesliga auf.
Der Tabellenelfte aus der Autostadt Wolfsburg startete mit hohen Ambitionen in die Spielzeit. Der Europapokal sollte es sein. Am besten die Champions-League. Der Kader ist mit Nationalspielern versehen, allesamt haben sie ihre großen Qualitäten schon unter Beweis gestellt. Nur beim VfL Wolfsburg wirken viele sichtbar gehemmt. Mario Mandzukic ist da die rühmliche Ausnahme, der mit seinem Treffer in Hamburg wieder einmal seine Torjägerqualitäten unter Beweis gestellt hat.
Unter der Woche konnten sich die Wolfsburger schonen, da im DFB-Pokal schon in der ersten Runde gegen RB Leipzig Endstation war. Im ausverkauften Heimspiel gegen Hertha BSC geht es für die konstant ambitionierten „Wölfe“ um viel. Mit einem Heimerfolg soll bis zur Winterpause der Rückstand auf die Europapokalplätze deutlich minimiert werden.
Thoelke wird wieder für Madlung spielen, Koo hat die zweite Angriffsposition neben Mandzukic inne. Ob Madlung fit wird, entscheidet sich kurzfristig: „Ich werde mich nicht unter Druck setzen und kann auch keine Prognose abgeben.“
Voraussichtliche Aufstellung: Benaglio – Hasebe, Kyrgiakos, Thoelke, Schäfer – Träsch, Josue – Ochs, Dejagah – Mandzukic, Koo
Bei Hertha scheint nach dem 3:0 Pokalerfolg gegen Viertligist RW Essen die Leistungskurve wieder nach oben zu zeigen. Auch wenn längst nicht alles perfekt lief, so überzeugte die Hertha doch mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit und einer Konsequenz bei der Chancenverwertung. Die Berliner wollen nach dem zuletzt schwachen 0:0 gegen Mainz in der Bundesliga wieder die Fans zurückgewinnen. Am besten mit einem Erfolg in Wolfsburg.
Besonders auf den ehemaligen Bayern Kraft, Lell und Ottl ruhen die Hoffnungen. Die druck- und stresserprobten Führungsspieler stehen in der Verantwortung. Rund 3.000 Berliner Fans werden die zweistündige Fahrt nach Wolfsburg auf sich nehmen. Mit einem Torverhältnis von 12:13 bei 13 Zählern stellt die Hertha das personifizierte Mittelmaß dar.
Auswärts zeigt sich Hertha stärker als in den Heimspielen, da die schnellen, technisch versierten Offensivleute für das Konterspiel geschaffen sind. Niemeyer rückt für Lustenberger ins Team. In 26 Spielen sieben VfL Siege, sieben Remis und 12 Hertha-Erfolge.
Voraussichtliche Aufstellung: Kraft – Lell, Hubnik, Mijatovic, Kobiaschvili – Ottl, Niemeyer – Ebert, Raffael, Ben-Hatira – Ramos