Von Henning Klefisch
Die Zustände sind dieses Jahr wieder zurechtgerückt worden. Bremen kämpft um die nationale Spitze, während sich Mainz gegen den Abstieg wehrt. Vor einem Jahr gab es die verkehrte Welt. Mainz grüßte fröhlich von der Tabellenspitze, während Bremen in ungewohnten Abstiegsregionen sich aufhielt. Im letzten Spiel gelang durch einen Last-Minute Treffer von Claudio Pizarro der 1:1 Ausgleichstreffer.
Mainz, wie es singt und lacht. Rechtzeitig vor Beginn der fünften Jahreszeit gelang mit dem verdienten 1:0 Pokalerfolg bei Hannover 96 der erhoffte Befreiungsschlag. Erleichterung war das Stichwort der Mainzer Delegation, die sich bei Trainer Christian Wetklo bedanken durfte. Der Ersatztorwart hielt einen Elfmeter von Ya Konan in der 119. Minute der Nachspielzeit und sorgte damit für den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals.
Über weite Strecken des Spiels waren die mit Spielern wie Malli und Ujah aufgelaufenen Mainzer das klar dominierende Team. In der Verlängerung sorgte Ivanschitz mit einem Direktschuss nach präziser Flanke von Pospech für den 1:0 Siegtreffer. Die Spielanlage erinnerte wieder zum Teil an die glanzvolle letzte Saison, an deren Ende der fünfte Tabellenplatz stand. Das Bundesligaspiel bei Hertha BSC Berlin wurde ebenso klar dominiert. Auch hier gab es Probleme mit der mangelnden Chancenverwertung, sodass nur ein 0:0 heraussprang.
Alles in allem ist Mainz 05 jedoch auf einem sehr gutem Weg. Wenn die Leistungen der vergangenen Wochen auch gegen die favorisierten Bremer gezeigt wird, ist ein Sieg keine Utopie. Risse rückt für Caligiuri ins Team, Malli und Choup-Moting für Nicolai Müller und Allagui.
Voraussichtliche Aufstellung: H. Müller – Pospech, Bungert, Noveski, Fathi – Risse, Kirchhoff, Soto – Malli, Ivanschitz – Choupo-Moting
Werder Bremen konnte den DFB-Pokal nicht nutzen, um Selbstvertrauen für die Bundesliga zu ergattern. Der Grund: Die Pleite in der Hauptrunde gegen Heidenheim. So konnte stattdessen sie Zeit genutzt werden, um sich intensiv auf das zweite Auswärtsspiel in Folge vorzubereiten. Bremen ist nun schon seit drei Spielen sieglos. Ein Erfolg beim Abstiegskandidaten ist fest eingeplant, da man sich insgeheim noch als Bayern-Verfolger sieht.
Auch gegen Augsburg untermauerte Bremen lange Zeit spielerisch seinen hohen Anspruch, aber die Chancenverwertung war lange Zeit mangelhaft. In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor des Aufsteigers, der mit dem Punkt glücklich sein durfte. Der wiedergenesene Brasilianer Naldo tönt: „Platz zwei oder drei muss unser Ziel sein.“
Bremens großer Trumpf ist der große und qualitativ hochwertige Kader. Die Vielseitigkeit mancher Akteure verschärft die Konkurrenzsituation umso mehr. Die Personalfragen vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Mainz beherrschten die Schlagzeilen rund um das Weserstadion.
Prödl wird den in Augsburg patzenden Wolf ersetzen, während Ekici Marco Marin mächtig Konkurrenzkampf macht. Im Angriff dürfte es ein Duell zwischen Rosenberg und dem wiedererstarktem Sandro Wagner geben. In zehn Spielen zwei Mainzer Erfolge, bei zwei Remis und sechs Werder-Triumphen.
Voraussichtliche Aufstellung: Wiese – Sokratis, Prödl, Naldo, Schmitz – Ignjovski – Fritz, Hunt – Ekici – Rosenberg, Pizarro