DIE TOPS:
+ Borussia Dortmund: Der amtierende deutsche Meister präsentiert sich schon wieder in einer herausragenden Frühform. Gegen einen nie zum Zuge kommenden Hamburger SV spielte der BVB groß auf, was besonders an Mario Götze, Kevin Großkreutz und Neuzugang Ilkay Gündogan lag. "Jahrhunderttalent" Mario Götze ist auf dem besten Wege, schon bald zu den ganz großen dieser Sportart zu gehören. In dieser Form ist er eine klare Alternative für die erste Elf der deutschen Nationalmannschaft. Jogi Löw wird´s freuen.
+ Holger Stanislawski: Nach dem durchaus fragwürdigen Auftritt von Thorsten Kinhöfer und dem irregulären Treffer zum 1:0 für Hannover 96 zeigte sich Hoffenheim-Trainer Holger Stanislawski locker und unaufgeregt. "Es ist ja schön, wenn der Schiedsrichter mit Herrn Schlaudraff ein Pläuschchen führt, wie er die Mauer haben möchte.", nahm Stanislwaki die Plauderei zwischen Kinhöfer und Torschütze Schlaudraff humorvoll hin.
+ Babak Rafati: Das es Babak Rafati irgendwann in seiner Karriere in eine Top-Liste schaffen würde, hätte er wohl selber nicht geglaubt, doch mit seiner souveränen Spielführung im Spiel des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach hat sich der oft kritisierte Schiedsrichter diese Ehre verdient. Alle Szenen richtig gelöst, selbst die kniffligen aberkannten Tore für Mönchengladbach und die Bayern wurden zurecht abgepfiffen. Ein Lob auch an das Schiedsrichtergespann.
+ Pedro Geromel: Die hungrigen Wölfe vor der Brust, schwache Spieler im eigenen Team, die Kapitäns-Debatte um Fanliebling Lukas Podolski im Nacken - Kein Grund für FC-Innenverteidiger Pedro Geromel keine Weltklasse Leistung abzuliefern. Der neue Kapitän von Trainer Stale Solbakken hielt den Laden soweit es die anderen Spieler zuließen beisammen, grätschte und kämpfte sich über den Platz. Ohne ihn wäre das Debakel größer ausgefallen. Unsere Meinung: Der Kerl gehört in die brasilianische Nationalmannschaft!
+ Zuschauer: Schon am ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga konnten die Fans schon wieder ganz groß auftrumpfen. Ganze 452.933 Zuschauer passierten die Tore der neun Stadien, ganze drei Partien (Bayern, Dortmund und Mainz) waren ausverkauft, drei weitere Partien waren beinahe ausverkauft und hatten Auslastungen nahe der 100% (Köln, Augsburg, Hannover). Nur knapp 35.000 Plätze blieben am ersten Spieltag unbesetzt. Die Bundesliga bleibt TOP.
+ Borussia Mönchengladbach: Der erste Sieg seit insgesamt 16 Jahren beim großen FC Bayern und der Traum von mehr. Die Borussia hat einen perfekten Start in die neue Saison hingelegt und hat dem FC Bayern mit einer defensiven Glanzleistung die Butter vom Brot genommen. Immer hellwach, immer zum Kampf bereit - Mit der Borussia 2011/2012 ist zu rechnen.
DIE FLOPS:
- Hertha BSC: Wo war die Euphorie eines Aufsteigers? Hertha BSC zeigte am Samstag im Topspiel der Bundesliga gegen den 1. FC Nürnberg einen blutleeren Auftritt, voller Angst und viel zu großem Respekt vor dem Gegner. Knapp 61.000 Zuschauer waren in das Berliner Olympiastadion gekommen um ihre Hertha bei der Bundesliga-Rückkehr nach vorne zu peitschen, doch es brachte nichts. Potential ist vorhanden, also bitte nutzen liebe Hertha!
- Schiedsrichter Kinhöfer und Gräfe: Die Pfeifen des ersten Spieltages waren ganz klar Thorsten Kinhöfer und Manuel Gräfe. Thorsten Kinhöfer verhalf Hannover 96 regelwidrig zum Sieg, indem er einen klar irregulären Freistoßtreffer von Jan Schlaudraff durchgegen ließ. "Man muss nicht alles glauben, was die sogenannten Experten sagen.", sagte Schiedsrichter Kinhöfer zur Kritik des früheren Weltklasse-Referees Markus Merk an seiner Entscheidung. Setzen, 6, Herr Kinhöfer!
Manuel Gräfe erlebte im Spiel 1. FC Köln gegen VfL Wolfsburg ebenfalls einen rabenschwarzen Tag und lieferte eine Reihe von Fehlern. Rot nach Handspiel gegen Hasebe übersehen, keine klare Linie durchgezogen, Novakovic und Mandzukic zu Unrecht mit gelb verwarnt und Geromel einen durchaus berechtigten Elfmeter verwehrt. Das geht besser!
- FC Schalke 04: Wo war Schalke? Auf dem Platz jedenfalls nicht. Nach der Pleitenserie zum Ende der letzten Saison starten die "Königsblauen" auch in die neue Saison mit einer Niederlage. Der Auftritt schwach, die Probleme groß. Wohin führt der Weg unter Ralf Rangnick?
- Jupp Heynckes: Unter Jupp Heynckes sollte alles besser werden, doch schon der Start in die Bundesliga-Saison 2011/2012 wurde zum Augenverdreher. Von Lucien Favre klassisch ausgecoacht, musste Heynckes sich eingestehen, eine völlig unnötige Niederlage kassiert zu haben. Robben lebt von seinen Einzelaktionen, in Top-Form Gold wert, kaum fit bleibt sein Mehrwert für das Team aber gering. Die Auswechslung die vielleicht einzig sinnvolle Lösung, doch "Osram" nimmt den guten Kroos herunter, zieht den heute auf den Außen sehr ordentlichen Müller in die Zentrale und spielt mit zwei kränkelnden Außenspielern gegen defensiv starke Borussen. Hervorsehbar!
Auch die Hereinnahme von Nils Petersen ein unnötiges Debakel. Die Borussia stand defensiv sicher und konnte die langen Flankenbälle der Bayern in Ruhe ausgucken und anschließend klären. Hatte Heynckes wirklich geglaubt, mit hohen Bällen in dieser Phase zum Erfolg zu kommen?
- Mike Hanke: Verletzungen oder Blessuren vortäuschen gehören mittlerweile leider zum guten Bundesliga-Ton. Völlig rund lief der Hanke über den Platz, als plötzlich die Tafel mit seiner Nummer drauf in den Münchener Himmel gehoben wurde. Plötzlich beginnt Hanke das Humpeln und legt ein schmerzverzehrtes Gesicht auf, bis er selber wohl merkt, dass es doch ziemlich peinlich ist, dies so offensichtlich zu tun. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.
Von Christian Wolfsdorf