Doch während Rosenberg grinste und die Fußball-Fans noch ungewöhnlich lange den 2:0 (0:0)-Auftaktsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern feierten, sprach Per Mertesacker in den Katakomben des Weserstadions über seine Zukunft - und es klang wie eine Art Abschiedsrede.
"Was genau passiert, kann ich nicht sagen", antwortete der Nationalspieler auf Fragen zu einem möglichen Wechsel und fügte an: "Das Thema ist schwierig." Das ist es in der Tat, vor allem für Werder, den lange erfolgreichen, nun aber klammen Verein.
"Passiert ist noch nichts", sagte der Innenverteidiger, der seinen Wert für die Bremer nach langer Verletzungspause eindrucksvoll demonstriert hatte und als Kapitän auflief. Aber eine klare Aussage zu Werder ließ Mertesacker vermissen, erweckte stattdessen den Eindruck, dass er den nicht mehr international spielenden Club schon sehr bald verlassen könnte.
"Für Nationalspieler ist es sicherlich eine gute Sache, auch mal im Ausland Erfahrung zu sammeln", sagte der aus Hannover gekommene Abwehrmann, dessen Vertrag in Bremen nur bis 2012 läuft. "Wann das genau passiert, steht in den Sternen." Ein Angebot liegt beim Club offensichtlich noch nicht vor, aber bis zum Ende der Transferperiode kann es ganz schnell gehen.
Werders Clubchef Klaus Allofs versuchte Gelassenheit zu demonstrieren. "Warum soll ich mir Gedanken machen über Dinge, die höchstwahrscheinlich nicht eintreten?", sagte Allofs, der am Ende der nun begonnenen Saison keine Ablöse mehr für Mertesacker kassieren kann.
Der Sieg gegen die schwachen Lauterer und weitere Erfolge in den kommenden Wochen könnten Argumente für Mertesacker sein, der international spielen will, was in Bremen jedoch nicht mehr selbstverständlich ist. "Es sind andere Zeiten", sagte der Nationalspieler: "Alle schauen, wie es läuft."
Gegen Lautern lief es gut, auch dank des umsichtigen Mertesacker in der Abwehr. Vor allem aber auch dank Rosenberg, der vor einem Jahr nicht mehr erwünscht war und mehr oder weniger unfreiwillig nach Spanien ausgeliehen wurde. "Ich hatte ein gutes Gefühl, schon vor den Toren", sagte der Stürmer, für den sich kein Käufer fand.
"Wir wussten, was er kann", kommentierte Allofs und schob schnell hinterher: "Wir wussten aber auch, was er nicht kann." Fast symptomatisch für Rosenberg war, dass er kurz vor Schluss die hervorragende Chance zum dritten Treffer vergab und nur den Pfosten traf.
"Das Jahr hat ihm gut getan", erklärte Allofs. "Manchmal muss man wechseln, um zu schätzen, wie schön es in der Bundesliga ist", sagte der Werder-Boss noch - was möglicherweise auch bald für Mertesacker gelten könnte.