Meinungsfreiheit auf Wiedersehen - Grauenhafte Methoden in der Fußball-Bundesliga. Während dem Bundesligaspiel der TSG 1899 Hoffenheim gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund soll es zu ungeheuren Mitteln von Seiten der Hoffenheimer gekommen sein.
Immer wieder soll bei Gesängen, die Anti-Hoffenheim oder Anti-Hopp Parolen enthielten, nach Aussagen vieler Dortmunder Fans Hochfrequenztöne eingesetzt worden sein, die besonders im Dortmunder Fanblock zu hören waren und schmerzende Töne verursachten. Versucht die TSG 1899 Hoffenheim durch solche verbrecherischen Methoden die gegnerischen Fans von ihren Schmähgesängen abzuhalten?
Dem Internetportal borussen.tv soll nach eigenen Aussagen bereits ein Fall bekannt sein, wo es zu einer Strafanzeige wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung gekommen sein soll.
TSG Hoffenheim bezieht erste Stellungnahme
Die TSG 1899 reagierte auf erste Fan-Briefe der Borussia und wies die schwerwiegenden Anschuldigungen zurück. Manager Ernst Tanner wisse nicht von solchen Methoden, Pressesprecher Markus Sieger äußerte sich schriftlich gegenüber borussen.tv
"Die TSG 1899 Hoffenheim hat zu keinem Zeitpunkt weder Hochfrequenztöne noch sonstige Beschallungen einzelner Tribünenbereiche im Rahmen des Bundesligaheimspieles gegen Borussia Dortmund über die Beschallungsanlage der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena vorgenommen und wird dies im Übrigen auch unter Verweis auf die DFL Spielordnung und die Grundsätze des Fairplays auch zukünftig nicht tun."
Sieger weist "Die Vorwürfe eines vorsätzlichen Handelns des Veranstalters" als "haltlos" zurück und kündigte bereits Gegenmaßnahmen an. "Die TSG 1899 Hoffenheim wird sich Ihrerseits weitere rechtliche Schritte vorbehalten."
Fotos zeigen Geräte - Hoffenheim beschuldigt Fanfare
Die Hochfrequenztöne sollen aber nicht über die Lautsprecheranlage des Stadions eingespielt worden sein. Im Laufe des weiteren Tages sind Fotos aufgetaucht, die ein eigens vor dem Gästeblock installiertes Gerät zeigen. Unter den großen "Bitburger"-Bannern wurden zwei Lautsprecher gefunden, über die die Töne im gesamten Gästeblock zu hören waren.
Ob die TSG von diesen beiden Geräten weiß, bleibt unklar, die Schuld für die Töne fand man nach eigenen Aussagen allerdings bei einem Fan. In der Stellungnahme der TSG heißt es weiter: "Wir wurden von vereinzelten Gästen im Nachgang des gestrigen Spieles davon in Kenntnis gesetzt, dass offenbar ein Zuschauer eine lautstarke Fanfare als Fanutensil ins Stadion eingebracht und diese insbesondere - nicht aber ausschliesslich - bei diffamierenden Gesängen der Gästefans eingesetzt hat. Wir werden den Ordnungsdienst sensibilisieren, zukünftig ein besonderes Augenmerk auf das Einbringen von solchen Fanfaren zu legen."
In Anbetracht der Größe der Geräte wirkt diese Erklärung wie ein schlechter Scherz. Die Koffergroßen Geräte können zumindest am Spieltag selber nicht in das Stadion gelangen sein, ein massives Versagen oder sogar Mitwissen der Ordner muss schon vorausgesetzt sein, um solche Gegenstände ins Stadion zu schmuggeln. Nach einer Aussage eines Fans auf dem Fan-Board bvb-fanbeteiligung.de soll es bereits gegen 12 Uhr erste Testläufe verschiedener Frequenztöne gegeben haben.
Immer wieder Ärger mit Gästefans - Hoffenheim handelt
Schon seit dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga kämpft die TSG 1899 Hoffenheim gegen die Schmähgesänge der Gästefans. Gegen die immer wieder schweren Gesänge wie unter anderem "Hopp du Hu***sohn" legte die TSG bereits mehrfach offiziell Beschwerde ein.
Auch Dietmar Hopp zeigte sich lange Zeit in der Öffentlichkeit kämpferisch und ging offensiv gegen die teils stark beleidigenden Gesänge vor. Nicht wenige kritisierten ihn allerdings auch dafür, andere Fußball-Persönlichkeiten wie Uli Hoeneß seien immer mit einer gewissen Stärke an solche Fans herangetreten.
Die engen Beziehungen der TSG 1899 Hoffenheim zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) sollen vielen Fans ebenfalls ein Dorn im Auge sein. Nach einem damaligen Vorfall, ebenfalls nach einem Spiel des BVB in Sinsheim, nahm sich der DFB der Sache äußerst aufopferungsvoll an und kündigte weitere Folgen an. Zum besonderen Schutz von Hopp sollen üble Pöbeleien und Beleidigungen unter anderem auch vor das Sportgericht gebracht werden.
Dietmar Hopp droht mit Anzeigen - Polizei ermittelt
Inzwichen hat sich auch Mäzen Dietmar Hopp gemeldet und sich zu den Vorfällen geäußert. Dietmar Hopp sagte dazu: "Wer mich 90 Minuten lang permanent beleidigt, sollte nicht so empfindlich reagieren. Wenn die BVB-Fans Anzeige erstatten, dann müsste ich 200 Anzeigen wegen Beleidigung erstatten." Fakt ist, dass die Beleidigungen eine unschöne Art sind und ebenfalls keineswegs zu rechtfertigen sind, aber bei diesem Gegenangriff von "Empfindlichkeit" zu sprechen grenzt ebenso an Hohn.
Die Heidelberger Polizei nimmt die Geschehnisse jedenfalls sehr ernst und hat erste Ermittlungen gegen die TSG eingeleitet. Das bestätigte Polizeisprecher Harald Kurzer. "Bei uns ist heute eine Anzeige von einem Fan aus Pforzheim eingegangen", sagte Kurzer: "Wir prüfen den Verdacht der Körperverletzung." Wo sich das Gerät derzeit befindet ist noch nicht klar, "Ich bin aber sicher, dass wir es kriegen werden", sagte der Polizeisprecher.
Borussia kritisiert Gesänge und Reaktion - DFB schweigt
Auch die Fanabteilung der Dortmunder Borussia meldete sich zu Wort, auf ihrer Webseite betont die Abteilung, "dass die Art und Weise der zum wiederholten Male von den BVB-Fans vorgetragenen Unmutsäußerungen für uns unangemessen und beleidigend sind. Dennoch ist aus unserer Sicht das Einspielen der Hörfrequenzen in keiner Weise akzeptabel"
Ganz egal, wer die Bedienung der Geräte steuerte und ganz egal, wer sie dort angebracht hat. Die Methoden sind alles andere als zielführend und rechtlich klar nicht zu verteidigen. Auch vom DFB wird es hier Reaktionen geben müssen, ein Nicht-Handeln würde den Zug der Entrüstung nur weiter entgleisen lassen.
Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) erklärte unterdessen, dass der Fall in die Sportgerichtsbarkeit des DFB falle. Die wiederum wollten sich auch am Montag nicht äußern. Eine Mitteilung, ob der Kontrollausschuss tätig wird, soll es nach Aussagen gegenüber borussen.tv erst morgen geben.
Von Christian Wolfsdorf
| Zuschauer | akt. Spielt. | Gesamt | Schnitt | Kalkuliert | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Borussia Dortmund | - | 1288140 | 80508 | 78000 |
| 2. | Bayern München | 69000 | 1173000 | 69000 | 69000 |
| 3. | FC Schalke 04 | 61673 | 1040641 | 61214 | 61000 |
| 4. | VfB Stuttgart | - | 878024 | 54876 | 43000 |
| 5. | Hertha BSC | - | 856793 | 53549 | 43000 |
| 6. | Hamburger SV | 56537 | 908910 | 53465 | 54000 |
| 7. | Bor. Mönchengladbach | 53306 | 881376 | 51845 | 45000 |
| 8. | 1. FC Köln | - | 757200 | 47325 | 48000 |
| 9. | Hannover 96 | - | 713035 | 44564 | 39000 |
| 10. | 1. FC Kaiserslautern | 49780 | 721382 | 42434 | 42000 |
| 11. | 1. FC Nürnberg | - | 664873 | 41554 | 42000 |
| 12. | Werder Bremen | - | 652173 | 40760 | 38000 |
| 13. | FSV Mainz 05 | - | 527779 | 32986 | 30000 |
| 14. | FC Augsburg | - | 483746 | 30234 | 25000 |
| 15. | Bayer Leverkusen | 30210 | 484397 | 28493 | 30000 |
| 16. | 1899 Hoffenheim | 30150 | 476450 | 28026 | 28500 |
| 17. | VfL Wolfsburg | 30000 | 469446 | 27614 | 24500 |
| 18. | SC Freiburg | 24000 | 385500 | 22676 | 23000 |
| Gesamt | 404656 | 13362865 | 763000 | ||
| Durchschnitt | 44961 | 44992 | 42388 |
| Tore | Name | Verein |
|---|---|---|
| 29 | Klaas-Jan Huntelaar | FC Schalke 04 |
| 26 | Mario Gomez | Bayern München |
| 22 | Robert Lewandowski | Borussia Dortmund |
| 18 | Lukas Podolski | 1. FC Köln |
| Marco Reus | Bor. Mönchengladbach | |
| Claudio Pizarro | Werder Bremen | |
| 17 | Martin Harnik | VfB Stuttgart |
| 16 | Stefan Kießling | Bayer Leverkusen |
| 15 | Raúl | FC Schalke 04 |
| 13 | Shinji Kagawa | Borussia Dortmund |
| Vedad Ibisevic | VfB Stuttgart |