Mit herben Heimpleiten für die bisherigen Spitzenteams Eintracht Braunschweig und Energie Cottbus ist die 2. Fußball-Bundesliga am 3. Spieltag kräftig durcheinandergewirbelt worden. Aufsteiger Braunschweig war beim 0:3 (0:1) gegen Absteiger Eintracht Frankfurt chancenlos und musste seinen Spitzenplatz an Düsseldorf abtreten. Noch schlimmer erwischte es Cottbus, das daheim gegen 1860 München mit 0:5 (0:4) richtig unter die Räder kam.
Sechs Tage nach dem 0:3 gegen Bayern München im Pokal hatten die Braunschweiger auch beim nächsten Saison-Höhepunkt das Nachsehen. Von Beginn an dominierten die Gäste fast nach Belieben. Benjamin Köhler traf zur Führung (3. Minute), Alexander Meier machte seine Saisontore vier und fünf (83./85.) perfekt. Während Braunschweigs Höhenflug erst einmal gestoppt ist, rückte Frankfurt auf Rang zwei vor.
"Wir haben von der ersten Minute an richtig gut Fußball gespielt", freute sich Frankfurts Trainer Armin Veh. "Das hat Spaß gemacht." Braunschweigs Coach Torsten Lieberknecht blieb trotz der zweiten Pleite binnen weniger Tage gelassen. "Wir haben gemeinsam gewonnen und nun haben wir gemeinsam zwei Mal verloren. Das müssen die Jungs einfach hinnehmen."
Neuer Spitzenreiter ist nun Düsseldorf, das mit dem 4:1 gegen den FC Ingolstadt den besten Saisonstart seit 17 Jahren perfekt machte. "Das ist nur eine Momentaufnahme", wiegelte Trainer Norbert Meier angesichts der Tabellenführung ab. Dicke Luft herrschte bei den Gästen: "Das hat nichts mit Profi-Fußball zu tun", schimpfte Sportdirektor Harald Gärtner nach dem schwachen Auftritt. "Wenn wir so weiterspielen, werden wir noch unser blaues Wunder erleben."
Nach seiner Pokal-Pleite durfte Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli beim 3:1 gegen Alemannia Aachen wieder jubeln. Allerdings war der Sieg durchaus glücklich. "Auch solche Spiele muss man gewinnen", freute sich Doppeltorschütze Max Kruse aber über den Erfolg und Tabellenrang drei. Aachens Coach Peter Hyballa war tief frustriert: "Wir müssen nie und nimmer als Verlierer vom Platz gehen."
Erst das peinliche Pokal-Aus bei Holstein Kiel, dann die herbste Heim-Klatsche der Vereinsgeschichte - Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz war nach dem 0:5 gegen die "Löwen" bedient. "Man kann verlieren, man darf verlieren. Aber entscheidend ist das Wie!", schimpfte der Coach. "Ich dachte, nach Kiel sind wir ganz unten. Doch das war noch schlimmer", staunte Energie-Präsident Ulrich Lepsch. Die Gäste genossen ihr Fußball-Hoch: "Das war Balsam auf unsere Seelen", sagte "Löwen"-Coach Reiner Maurer.
Eine Heimpleite musste auch Erzgebirge Aue gegen den Karlsruher SC hinnehmen. Alexander Iaschwili (16.) und Gaetan Krebs (78.) machten das 2:0 (1:0) für die Gäste perfekt. Seinen ersten Punkt holte der MSV Duisburg beim 0:0 beim FSV Frankfurt. Union Berlin feierte beim 3:0 gegen den SC Paderborn den ersten Saisonsieg.
Eine Woche nach dem Pokal-Coup gegen Bayer Leverkusen kam es für Dynamo Dresden im Alltag knüppeldick. Bei Greuther Fürth verlor der Neuling mit 0:1 - und zudem Cristian Fiel und Pavel Fort mit Roten Karten. Dynamo-Coach Ralf Loose konnte das Pech nicht fassen: "Es ist ärgerlich, dass wir mit solchen Roten Karten bestraft werden."
| Tore | Name | Verein |
|---|---|---|
| 17 | Alexander Meier | Eintracht Frankfurt |
| Nick Proschwitz | SC Paderborn | |
| Olivier Occean | SpVgg Greuther Fürth | |
| 14 | Mohamadou Idrissou | Eintracht Frankfurt |
| Kevin Volland | TSV 1860 München | |
| 13 | Zlatko Dedic | Dynamo Dresden |
| Max Kruse | FC St. Pauli | |
| Sascha Rösler | Fortuna Düsseldorf | |
| Christopher Nöthe | SpVgg Greuther Fürth | |
| 12 | Mickaël Poté | Dynamo Dresden |
| Dimitar Rangelow | Energie Cottbus |