Duisburg und Karlsruhe duellieren sich in einem wahren Abstiegskampf, während es im Ostduell zwischen Dresden und Cottbus heiß hergeht.
Das absolute Spitzenspiel jedoch steigt am Montagabend, wenn der 2. Eintracht Frankfurt den Tabellendritten Greuther Fürth empfängt.
Die Hinrunde ist also vorbei, aber die Klasse der Spiele wird auch in der Rückrunde so weitergehen.
MSV Duisburg – Karlsruher SC
Vor vier Jahren war das Duell zwischen dem MSV und dem KSC noch ein Bundesligaduell. Vor zwanzig Jahren schnupperten beide Teams sogar an den Europapokalplätzen.
Diesmal haben sich die Ansprüche auf beiden Seiten merklich verringert. Der Klassenerhalt genießt höchste Priorität.
Der MSV Duisburg galoppiert mit leichten Schrittfehlern. Das 0:2 im „Straßenbahnderby“ gegen Fortuna Düsseldorf zeigt einmal mehr die Schwächen. Eine fehlende Zielstrebigkeit zum gegnerischen Tor, wenig Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten, Stellungsfehler in der Defensive. Die Probleme muss der neue Cheftrainer Oliver Reck schnellstmöglich lösen, denn im direkten Abstiegsduell gegen den KSC muss unbedingt ein Sieg her.
Wenn gegen den KSC ein Erfolg gelingen sollte, könnte sogar der Anschluss ans gesicherte Mittelfeld gelingen.
Mut machen soll den „Zebras“ die moralische Unterstützung der „Löwinnen“ des Frauen-Bundesligisten FCR Duisburg, die eine gemeinsame Pressekonferenz abgaben.
Für Oliver Reck ist die Marschrichtung klar: „Der Blick geht jetzt nur noch nach vorne. Wir haben ganz klar drei Punkte für das Spiel am Freitag im Fokus. Wir werden so mutig auftreten wie in den vergangenen Wochen!“
Duisburg kann in Bestbesetzung antreten.
Beim Karlsruher SC wird die Frage sein, wie das verunsicherte Team den erneuten Rückschlag vom 0:2 bei Eintracht Frankfurt verkraften kann. Unter dem neuen Coach Jörn Andersen gelang bisher noch kein Tor aus dem Spiel heraus.
Für Andersen ist das Spiel abgehakt. Die Fokussierung geht auf das Abstiegsduell gegen Duisburg: "Natürlich wollen wir hinfahren, um etwas mitzunehmen", so der Norweger.
Besondere Maßnahmen wurden vor einem besonderen Spiel getroffen. So fand das Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ebenso wurde erstmals ein Sportpsychologe konsultiert, der Einzelgespräche mit den Spielern führte.
"In einer solchen Situation versucht man, alle Möglichkeiten auszuschöpfen", so Sportdirektor Kreuzer am Mittwoch. "Die Mannschaft braucht aber einfach ein Erfolgserlebnis.“
Die zuletzt nicht eingesetzten Patrick Milchraum und Christian Timm könnten eine neue Bewährungschance erhalten.
1860 München – Eintracht Braunschweig
Es ist das Duell der Münchner Löwen gegen die Braunschweiger Löwen und die Vormachtstellung im vorderen Mittelfeld. Der Sieger kann vielleicht noch einmal zur „Jagd auf die Aufstiegsplätze“ blasen. Beide haben eine große Tradition und lieferten Ende der 60er Jahre ein erbitterten Kampf um die Deutsche Meisterschaft.
Bei 1860 München geht die Blickrichtung nach dem Sieg gegen Top-Favorit Eintracht Frankfurt und dem Punktgewinn beim tollen 2:2 am Aachener Tivoli ganz klar Richtung oben.
Nicht das Ergebnis, sondern vielmehr die Art und Weise lassen den geneigten Beobachter begeistern, mit welcher Spielfreude und Offensivqualität die Münchner ihre Spiele absolvieren.
Mit im Lauftraining sind bei den 60ern wieder Daniel Halfar (Schambeinreizung) und Sandro Kaiser (Adduktorenprobleme). Während Halfar im letzten Heimspiel des Jahres von der Tribüne zuschauen muss, kann Kaiser wahrscheinlich wieder eingesetzt werden.
Auch die zuletzt angeschlagenen Volland und Stahl werden wieder mit von der Partie sein.
Unterdessen überraschte Trainer Maurer mit ungewohnter Kritik an Sturmführer Lauth: „Bei ihm gibt es nur Sekt oder Selters. Wenn er ein Tor macht, ist er der gefeierte Held. Wenn nicht, heißt es, er läuft nicht. Er muss sich aus dieser Durststrecke jetzt wieder raus kämpfen.“
Bei den anderen Löwen, den aus Braunschweig sieht die Situation zumindest tabellarisch ähnlich entspannt aus. Mit 28 Punkten belegt das Team von Trainer Torsten Lieberknecht den 6. Tabellenplatz. Zwei Punkte und zwei Plätze vor dem Gegner aus München.
Die Reisen nach Bayern scheinen den Niedersachsen zu gefallen. Das letzte Ligaspiel gewann man verdient mit 1:0 beim FC Ingolstadt.
Nun möchte man mit einem weiteren Auswärtssieg zumindest die Konkurrenz ein wenig unter Druck setzen.
Das Ziel ist für Braunschweig-Coach Lieberknecht klar: „Wir wollen dort erfolgreich spielen und mit aller Macht die drei Punkte holen. Wir wissen, dass dies nicht einfach werden wird und der TSV eine hohe Hürde darstellt.“
Neben den Rekonvaleszenten Matthias Henn, Steffen Bohl (beide Kreuzbandriss) und Marcel Correia (Innenbandriss) fehlt nach wie vor auch Markus Unger aufgrund eines Muskelfaserrisses. Zudem meldeten sich Torhüter Marjan Petkovic und Emre Turan mit einem grippalen Infekt gestern vom Training ab.
SC Paderborn – FC Hansa Rostock
Bei diesem Duell geht es um viel. Das Hinspiel, welches der SCP mit 2:1 für sich entscheiden konnte, war typisch für die gesamte Saison. Der Fußball, der von beiden Teams an diesem schwülen Sommernachmittag in Rostock geboten wurde, hat sich die gesamte Saison über bestätigt. Nun geht es zumindest für Rostock darum, den Bock umzustoßen und den ersten Auswärtssieg der Saison zu landen.
Der SC Paderborn 07 will nach dem unglücklichen 1:1 im Spitzenspiel gegen St. Pauli unbedingt Wiedergutmachung nehmen. In einem intensiven Spiel gelang dem Gast aus St. Pauli erst in der dritten Minute der Nachspielzeit der Ausgleichstreffer.
Nun soll für das Team von Trainer Roger Schmidt gegen die körperlich und psychisch angeschlagenen Rostocker unbedingt ein Dreier her.
Die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte soll mit weiteren tollem Fußball bis zur Winterpause verschönert werden.
"Wir gehen selbstbewusst in das letzte Heimspiel des Jahres 2011 und wollen den Zuschauern wieder Top-Fußball zeigen. Physisch ist mein Team in hervorragender Verfassung".
Die zuletzt leicht angeschlagenen Jens Wemmer und Alban Meha sind wieder voll im Trainingsbetrieb und stehen für das Freitagabend-Spiel zur Verfügung. Auch Enis Alushi wird wohl mitwirken können, auch wenn er das heutige Training aufgrund leichter muskulärer Probleme abbrechen musste.
Beim Gast aus Hansa stand in den Tagen vor dem wichtigen Auswärtsspiel beim SC Paderborn die Entlassung von Trainer Peter Vollmann und die Verpflichtung des ehemaligen Bundesligaprofis und Trainers Wolfgang Wolf im Fokus der Medien.
Neben ausführlichen Gesprächen über die Arbeitsweise des ehemaligen Wolfsburgtrainer, waren einmal mehr die Fans im Kreuzfeuer der Kritik. Vielmehr das nicht korrekte Verhalten von einigen. Durch die schweren Randale in Frankfurt und im Risikospiel gegen den FC. St. Pauli, wurde dem ohnehin schon klammen Verein ein Geisterspiel aufgezwungen.
Klare Worte sprach Wolf vor dem Spiel beim SC Paderborn: „Ich kenne die Mannschaft natürlich noch aus der vergangenen Saison und habe ihren Werdegang auch danach intensiv verfolgt. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit harter Arbeit unser gemeinsames Ziel, den Klassenerhalt, erreichen werden und freue mich sehr auf diese Aufgabe.“
Hoffentlich kann sein verunsichertes Team den Worten Taten folgen lassen.
| Tore | Name | Verein |
|---|---|---|
| 17 | Alexander Meier | Eintracht Frankfurt |
| Nick Proschwitz | SC Paderborn | |
| Olivier Occean | SpVgg Greuther Fürth | |
| 14 | Mohamadou Idrissou | Eintracht Frankfurt |
| Kevin Volland | TSV 1860 München | |
| 13 | Zlatko Dedic | Dynamo Dresden |
| Max Kruse | FC St. Pauli | |
| Sascha Rösler | Fortuna Düsseldorf | |
| Christopher Nöthe | SpVgg Greuther Fürth | |
| 12 | Mickaël Poté | Dynamo Dresden |
| Dimitar Rangelow | Energie Cottbus |